Argentinien und die Hedgefonds: Weitere Niederlage im Schuldenstreit

Argentinien und die Hedgefonds
Weitere Niederlage im Schuldenstreit

Richterlich entschieden: Die Citigroup darf keine Zinsen auf gewisse Staatsanleihen an Gläubiger auszahlen. Nach Argentiniens Staatsbankrott 2001 kauften Fonds die Papiere günstig auf und fordern nun die vollen Zinsen.
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New YorkIm Schuldenstreit mit Hedgefonds hat Argentinien erneut einen Rückschlag erlitten. Der zuständige US-Richter Thomas Griesa teilte am Donnerstag mit, dass die amerikanische Großbank Citigroup keine Zinszahlungen auf bestimmte Staatsanleihen an die Gläubiger leisten dürfe. Damit bestätigte er ein Urteil vom 28. Juli, das dem Geldhaus die Zinszahlungen auf Bonds im Volumen von rund 2,3 Milliarden Dollar untersagt. Eine Zahlung würde gegen das Prinzip der Gleichbehandlung aller Gläubiger verstoßen, argumentierte Griesa. Für das klamme südamerikanische Land bedeutet die Entscheidung des Gerichts einen Dämpfer, da es an die internationalen Finanzmärkte zurückkehren will.

Die Citigroup befindet sich inmitten eines Streits zwischen Argentinien und Hedgefonds, die nach dem Staatsbankrott 2001 im Gegensatz zur großen Mehrheit der Gläubiger eine Kürzung ihrer Ansprüche verweigert hatten. Während sich die Regierung in Buenos Aires in den Jahren nach der Pleite mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften die Hedgefonds die Papiere zu günstigen Kursen auf und klagten auf volle Auszahlung von 1,3 Milliarden Dollar samt Zinsen. Die Regierung wirft ihnen vor, Profit aus der Notlage schlagen zu wollen und beschimpft sie als "Geierfonds".

Weil das Land im Zuge des Streits als zahlungsunfähig erklärt wurde, rutschte es erneut in die Staatspleite.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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