Athener Schuldenschnitt
Unsicherheitsfaktor Ausfallversicherung

Der Schuldenschnitt für Griechenland wird zum Test für ein beliebtes Finanzinstrument. Eigentlich soll eine Kreditausfallversicherung gegen eine Pleite schützen. Doch im Fall Griechenlands sind die Papiere wohl sinnlos.
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Der Schuldenschnitt für Griechenland ist beschlossene Sache. Dabei müssen sich die Gläubiger darauf einstellen, dass sie mehr als 70 Prozent ihres Geldes verlieren – insgesamt rund 100 Milliarden Euro. Bitter für die Investoren: Auch die Kreditausfallversicherungen, die im Falle einer Pleite eigentlich einspringen sollen, könnten in diesem Fall als Versicherung wertlos sein.

Selbst wenn die Ratingagenturen den Schuldenschnitt als Pleite werten, heißt das noch nicht, dass dies die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) auslöst. Die Entscheidung, was mit den Ausfallversicherungen passiert, trifft allein die International Swaps and Derivatives Association (ISDA). Sie stellt die Regeln für den weltweiten Handel mit CDS auf.

Die ISDA selbst gibt sich neutral. Sie wende lediglich die vorab vereinbarten Definitionen an, lässt sie mitteilen, und verweist auf die Kreditderivatedefinitionen von 2003 - ein fast einhundertseitiges Regelwerk komplizierter technischer Bedingungen. Ob der Derivate-Verband wirklich so unparteiisch entscheiden kann, wie er vorgibt, ist jedoch fraglich.

Das maßgebliche Gremium des Verbandes hat 15 stimmberechtigte Mitglieder. Diese werden von zehn Banken und fünf großen Finanzinvestoren gestellt, darunter Deutsche Bank, Goldman Sachs, der Vermögensverwalter Blackrock und der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco – also alles, was Rang und Namen in der Finanzbrache hat. Da liegt der Verdacht nahe, dass die großen Banken und Investoren am Ende selbst darüber urteilen, was aus ihren Ausfallversicherungen wird.

Zumindest stecken die Banken, die vom Schuldenschnitt betroffen sind, in einem massiven Interessenkonflikt: Jede Bank ist entweder Versicherter oder Versicherer oder beides gleichzeitig. Es ist das alte Problem: Der Versicherte hat den Anreiz, den Schadensfall auszulösen, um die Versicherungssumme zu kassieren. Der Versicherer will genau das verhindern. „Moral Hazard“ nennen Ökonomen das Phänomen - es gilt für Brandschutzversicherungen und CDS gleichermaßen.

Die ISDA steht unter Zugzwang. Marktteilnehmer drängen bereits auf eine Entscheidung. Am Donnerstagmittag will die ISDA eine Erklärung auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Sollte der Verband der Meinung sein, dass ein Kreditereignis vorliegt, könnte dies zu einer Auszahlung von ausstehenden griechischen Kreditausfallversicherungen führen.

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Kommentare zu " Athener Schuldenschnitt: Unsicherheitsfaktor Ausfallversicherung"

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  • Wer CDS abschließt, um bei der Emmission einer Staatsanleihe ungeschoren den kreditnehmenden Staat gefährdende hohe Zinsen erreichen zu können, verstößt gegen jeden vernünftigen Versicherungsgedanken, weil er den Versicherungsfall selbst mit herbeiführt. Wenn nicht sichergestellt werden kann, dass solche Fälle erkannt werden können und dann die Versicherungspolice ungültig ist, müssen solche CDS grundsätzlich verboten werden. Wenn das nicht geschieht, dann sollten CDS vergebende Banken oder Versicherung grundätzlich nicht mehr von den Staaten gerettet werden.

  • @weltenbrand richtig ! also ich bin ja nicht so gut im rechnen aber wen Griechenland rund 300 milliarden schulden hat (staatsanleihen)und nur die hälfte davon versichert sind sind das schon 450 milliarden und wenn diese zum teil rückversichert sind sind wir schon bei 600 milliarden und wenn dann noch die bösen spekulanten dazu kommen dann sind es keine milliarden mehr dann geht es in die Billion soviel zu griechenland

  • schrumpel
    Einklappen
    vor 29 Minute
    Griechenland ist ein Schneeballsystem, das mit Kreditbetrug am Leben erhalten wurde und seit 2 Jahren finanziell klinisch tot ist. In die Leiche werden immer neue Euroscheine gestopft, um sie aufrecht zu halten. Die Verwesung schreitet aber immer schneller voran....

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