Auction Rate Securities
Fidelity soll Auktionsanleihen zurückkaufen

Der Kreis der vom sogenannten ARS-Skandal betroffenen Finanzinstitutionen weitet sich aus. Nun sollen auch Broker und Fondsgesellschaften, die weitgehend wertlos gewordene Auction Rate Securities (ARS) an Kunden verkauft haben, diese zurückkaufen.

NEW YORK/FRANKFURT. Der Bundesstaat Massachusetts hat die größte US-Fondsgesellschaft Fidelity am Mittwoch aufgefordert, illiquide Papiere ihrer Kunden zurückzukaufen. Aber die Betroffenen wehren sich: Ein Fidelity-Sprecher sagte, man habe weder ARS begeben noch diese aggressiv vermarktet.

ARS - lang laufende Anleihen von US-Kommunen oder anderen staatlichen Stellen - waren bis zum Beginn der Finanzkrise als sichere und jederzeit liquidierbare Anlageform auch an Privatanleger verkauft worden. Im Februar brach der Markt aber zusammen, als kaum noch Investoren an den regelmäßigen Auktionen, in denen der Zinssatz der Wertpapiere regelmäßig neu festgesetzt wird, teilnehmen wollten.

Der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo zwang daraufhin eine Reihe von Großbanken zum Rückkauf von Papieren im Volumen von gut 50 Mrd. Dollar; der Markt ist insgesamt gut 330 Mrd. Dollar groß. Die Begründung: Die Papiere seien fälschlicherweise als sicher und liquide beworben worden und hätten nicht an Privatanleger verkauft werden dürfen. Nun sind offenbar auch die Vertriebsgesellschaften auf den Radarschirm der Ermittler gerückt. Der Vorwurf an die Adresse von 25 Firmen ist der gleiche.

Broker wie Fondsgesellschaften weisen die Anschuldigungen zurück. "Fidelity ist weder Emittent noch Konsortialführer" der Anleihen, sagte ein Fidelity-Sprecher. "Wir sind der Meinung, dass die Konsortialführer zu den Wertpapieren stehen sollten, deren Emission sie begleitet haben." Zudem habe man seit 2006 auf die Risiken bei den Papieren hingewiesen. Wie groß das Volumen der von seinem Haus verkauften ARS ist, sagte der Fidelity-Sprecher nicht. Es sei aber nur ein "winziger Teil" der elf Millionen Privatkundenkonten betroffen.

Auch die Vermittler wehren sich. Der Branchenverband Regional Bond Dealers Association forderte die Aufsichtsbehörden auf, die Konsortialführer zu zwingen, alle Auktionsanleihen zurückzukaufen, deren Emission sie federführend begleitet hätten. Ein Volumen von rund 60 Mrd. Dollar an Auktionspapieren sei von Brokern verkauft worden, die selbst keine Auktionen zur Zinsfestsetzung veranstaltet und daher nicht gewusst hätten, dass der Markt vor einem Zusammenbruch gestanden habe, sagte Michael Decker, Ko-Vorstandschef des Verbands, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Nach Auskunft der Finanzbranche sind deutsche Anleger von dem ARS-Debakel nicht betroffen. Für die Deutsche Bank seien ARS kein Thema, sagte ein Sprecher. "ARS-Titel sind nicht aktiv an Kunden vertrieben worden." Auch alle großen Fondsanbieter im Land gaben an, keine ARS-Papiere in ihren Portfolios für deutsche Anleger zu haben.

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