Aufstockung des Kernkapitals
Deutsche Bank testet Anleihenmarkt

Die Deutsche Bank will ihr Kernkapital über eine Nachranganleihe aufstocken. Händler sprachen von einem Volumen von mindestens 300 Mio. Euro - also einem vergleichsweise geringen Betrag. Im Markt fand dies trotzdem Beachtung, sind solche Anleihen in der Finanzkrise doch extrem selten geworden.

FRANKFURT. Die Deutsche Bank begab die letzte Kernkapitalanleihe vor über einem Jahr. Ein Erfolg der Deutschen Bank könnte das Marktsegment wieder stärker beleben, sagte ein Fondsmanager.

Neben institutionellen Investoren wie Fonds oder Versicherern will die Deutsche Bank nach Angaben von Insidern vor allem Privatanleger für die Emission gewinnen. Deshalb spricht sie Banken und Vermögensverwalter an, die das Papier an Endkunden weiterverkaufen. Die Anleihe wird einen auf Kleinanleger zugeschnittenen Mindestanlagebetrag von nur 1 000 Euro haben statt der oft üblichen 50 000 Euro. Im Gespräch sind recht hohe jährliche Zinsen von neun Prozent.

Solche nachrangigen Anleihen der Kernkapital-Kategorie Tier 1 bieten generell höhere Zinsen als andere Bankanleihen, weil sie für Investoren riskant sind. Banken können die Zinszahlungen aussetzen, wenn sie keinen Gewinn erwirtschaften. Bei einer Insolvenz werden erst die Ansprüche anderer Gläubiger bedient, und außerdem haben die Bonds sehr lange bis unendliche Laufzeiten. Nach einer gewissen Zeit können die Anleihen vorzeitig getilgt werden. In der Finanzkrise haben das aber nicht alle Institute gemacht - auch die Deutsche Bank nicht.

Die Deutsche Bank hat derzeit eine Kernkapitalquote (Tier 1) von elf Prozent und liegt damit über ihrer Zielmarke von zehn Prozent. Doch mit dem geplanten Einstieg bei Sal. Oppenheim und der mittelfristig als sicher erscheinenden Vollübernahme der Postbank braucht Deutschlands größtes Kreditinstitut weiteres Geld. Die jetzige Emission könnte ein Test sein für den Fall, dass die Deutsche Bank später einmal einen höheren Betrag emittieren wolle, sagte deshalb Bankanalyst Manfred Jakob von der SEB. Eine Kapitalerhöhung würde den Gewinn pro Aktie weiter senken, während eine Tier-1-Anleihe die Relation nicht direkt beeinträchtige.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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