Auktion Bund wird Anleihen erneut nicht los

Misslungene Auktion: Deutschland bleibt zum wiederholten Male auf einem Teil seiner Staatsanleihen sitzen. Der Grund: Investoren schauen sich wieder verstärkt in Südeuropa um. Italienische Papiere sind gefragt.
Update: 26.02.2014 - 13:44 Uhr 8 Kommentare
Deutsche Staatsanleihen verlieren an Ansehen: Erneut blieb die Bundesregierung bei einer Auktion auf ihren Papieren liegen. Quelle: dpa

Deutsche Staatsanleihen verlieren an Ansehen: Erneut blieb die Bundesregierung bei einer Auktion auf ihren Papieren liegen.

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BerlinDer Bund hat zum zweiten Mal binnen einer Woche nicht genügend Interessenten für seine Staatsanleihen gefunden. Bei der Versteigerung einer neuen 30-jährigen Bundesanleihe summierten sich am Mittwoch die Gebote der Investoren auf knapp 2,8 Milliarden Euro.

Die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur hatte aber ein Volumen von drei Milliarden Euro ausgeschrieben. Bereits vor einer Woche war ein zehnjähriger Bond nicht auf genügend Nachfrage getroffen - zum ersten Mal seit knapp anderthalb Jahren. Analysten führen das auf die sehr niedrige Rendite zurück. „Der sichere Hafen Deutschland wird deshalb seltener angelaufen“, sagte Experte Tobias Meyer von der NordLB.

Die durchschnittliche Rendite des 30-jährigen Bonds lag bei 2,53 Prozent. Insgesamt teilte die Finanzagentur den Anlegern Papiere im Volumen von gut 2,4 Milliarden Euro zu. Die restlichen knapp 562 Millionen Euro übernahm der Bund in den Eigenbestand und kann die Papiere nun am Markt verkaufen.

„Die Anleger stecken derzeit wieder mehr Geld in die Euro-Krisenländer, denn dort gibt es höhere Renditen zu verdienen“, sagte Analyst Meyer. So liegt die Rendite 30-jähriger italienischer Anleihen mit rund 4,5 Prozent um rund zwei Punkte über der der vergleichbaren Bundesanleihe. „Zudem bescheinigen Ratingagenturen ein wieder sinkendes Ausfallrisiko, weil sich in Ländern wie Spanien eine wirtschaftliche Erholung abzeichnet“, sagte Meyer. „Das macht diese Papiere wieder interessant.“

  • rtr
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8 Kommentare zu "Auktion: Bund wird Anleihen erneut nicht los"

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  • Mit ohne Prozent am End.

    1 Prozentpunkt ist der Faktor 0,01!

    a propos Porzete: siehe Wulff: Die verletzen das Steuergeheimnis zur Industriepionage. Wenn ich Wulffs Geschäfts-essensbelege als Aufischtsrat kenne dann weiß ich mit wem sich Volkswagen zur Geshcäftsanbahnung unterhalten hat. Und das kann schon eine militäriusches oder geschäftliches Geheimnis sein.

    Deshlab bekommen die von den Kreditkartenfirmen und vom Fianzamt von mir auch keine Daten mehr. Sie haben in der Vergangenheit versucht aus politischen Gründen damit herumzuposauenen!

  • Bei 79,4 % Staatsschulden in Prozent des BIP wundert es mich nicht, dass keiner die Deutschen-Anleihen zu diesem Zinssatz kaufen möchte.

  • Klar, weil wir ohnehin mit unseren Steuergelder für die Dolce-Vita-Schrottpapiere haften.

    Danke, Mutti!

  • Ist doch logisch: wenn ich Asket für meinen konsumgeilen Nachbarn bürge und dieser Kredite für 4% Zinsen bei gleichem Risiko im Vergleich zu meinen Krediten mit Zinsen von 1,5% ausreicht, nehme ich natürlich die vom Nachbarn. Das Problem ist die EZB welche illegalerweise diese Bürgschaften über die Ankündigung notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Ländern mit höherem Ausfallrisiko zu kaufen, vornimmt und den deutschen Sparer/Steuerzahler so in die Haftung für fremde Schulden zwingt.

  • An den Autor: 1 Prozentpunkt sind 0,01 Prozent

  • Da muss Draghi auch Deutsche Bonds kaufen. Bis jetzt kauft er nur die Bonds aus der Pleiteregion Süd. Wenn Deutschland seine Bonds nicht los wird, müssen wir höhere Zinsen anbieten. Wenn es bei uns gschmackige Steuererhöhungen gibt, wird das Spiel gleich viel interessanter. (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Jetzt bekommt Deutschland mal seine eigene Medizin zu schmecken. Wer Kohle haben will, der muss auch Zinsen zahlen. Warum soll ich denn praktisch zinslos dem deutschen Staat Geld leihen, wenn italienische oder spanische Papiere zu wesentlich besseren Bedingungen bekomme und trotzdem der Bundesbürger mit seinem Steuergeld als Garant dahinter steht. Mit und ohne EuroBonds.

  • Staatsanleihen sind wackelig weil der Staat höchstverschuldet ist. Und vernünftig verzienst wir es auch nicht. Wir haben über 5,4 Billionen Staatsschulden = 1200 Jahre Tilgungszeit womit die kommenden 16 Generationen verschuldet sind. Fazit : Lange Laufzeit , wenig Zinsen und großes Risiko. Und wer bitte macht die Schulden ? Nur ,und ausnahmslos die Politik und ihre Helfer in Amtsstuben und Behörden. Man kann ihnen nicht genug danken....

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