Auktionsverfahren
Deutschland setzt auf Inflationsanleihen

Deutschland wird noch in diesem Jahr eine neue Anleihe begeben, deren Zinsen und Rückzahlungswert an den europäischen Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. Ziel des Bundes ist es laut Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, alle Inflationsanleihen im Auktionsverfahren zu begeben.

cü FRANKFURT. Der Bund werde in diesem Jahr das Angebot an inflationsindexierten Anleihen um bis zu neun Mrd. Euro erweitern, hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am Donnerstag mitgeteilt. Deutschland hatte 2006 erstmals eine inflationsindexierte Anleihe begeben und sie in dieser Woche um zwei Mrd. Euro auf elf Mrd. Euro aufgestockt.

Dabei wählte die Finanzagentur des Bundes, die die Schulden und die Refinanzierung Deutschlands managt, erstmals das Auktionsverfahren unter Banken, das sie auch bei herkömmlichen Bundesanleihen nutzt. Bei der Emission der in neun Jahren fälligen Anleihe und der ersten Aufstockung hatten dagegen Konsortialbanken das Papier direkt an institutionelle Investoren verkauft. „Bei inflationsindexierten Anleihen mit neuen Laufzeiten werden wir zunächst weiter Konsortialführer einschalten, um die Platzierung zu sichern“, sagte Gerhard Schleif, Geschäftsführer der Finanzagentur. Ziel des Bundes ist es laut Steinbrück, alle Inflationsanleihen im Auktionsverfahren zu begeben. Bei diesen zahlt der Bund – anders als bei der Platzierung über Konsortialbanken – keine Gebühren. Steinbrück erwartet den verstärkten Einsatz von Auktionen ab dem kommenden Jahr.

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Inflationsindexierte Bundeswertpapiere soll es auch für Privatanleger geben. Diese hatte das Finanzministerium im vergangenen Sommer für 2007 avisiert, Schleif rechnet jetzt aber frühestens im nächsten Jahr damit. Er hofft aber, dass die Agentur noch in diesem Jahr neue Bundeswertpapiere – zum Beispiel mit einer erweitern Laufzeitenpalette – für Privatanleger anbieten kann. Bislang können Sparer sechs- und siebenjährige Bundesschatzbriefe, ein- und zweijährige Finanzierungsschätze und Bundesobligationen mit fünf Jahren Laufzeit gebührenfrei bei der Finanzagentur kaufen und ohne Kosten verwalten lassen. Der Aufwand dafür solle für die Anleger vereinfacht werden, sagte Schleif.

In den nächsten vier bis fünf Jahren will die Finanzagentur den Anteil des Privatkundengeschäfts an der gesamten Refinanzierung des Bundes von derzeit zwei auf vier Prozent steigern. Im vergangenen Jahr verkaufte sie Wertpapiere über 2,38 Mrd. Euro direkt an Privatanleger und damit doppelt so viel wie 2005. Das erklärte Schleif mit den gestiegenen Renditen. Im August war die früher für das Privatkundengeschäft zuständige Bundeswertpapierverwaltung in die Finanzagentur integriert worden.

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