Ausblick gesenkt

Moody's rüttelt an Deutschlands Top-Rating

Deutschland im Visier der Ratingagenturen: Moody's hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit auf „negativ“ gesenkt. Zwar behält das Land sein Top-Rating - doch Experten warnen vor hohen Belastungen durch die Euro-Krise.
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Die Ratingagentur Moody's hat Deutschland einen negativen Ausblick verpasst. Quelle: dpa

Die Ratingagentur Moody's hat Deutschland einen negativen Ausblick verpasst.

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Washington/New YorkWenn Deutschlands oberste Krisenbekämpfer am heutigen Dienstag aufwachen, haben sie ein großes Problem mehr: Die Bundesrepublik gilt nicht mehr uneingeschränkt als Europas Leuchtturm der Verlässlichkeit, als Hort der Stabilität inmitten der Wirren der Euro-Krise.

Zumindest laut dem Urteil von Moody's: Die US-Ratingagentur hat den Ausblick auf die Kreditwürdigkeit Deutschlands am Montagabend nach US-Börsenschluss von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Grund: die wachsenden Belastungen des Landes in der Euro-Krise und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf.

Für Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble sind düstere Prognosen der drei großen Ratingagenturen nichts Ungewöhnliches. Doch das Moody's-Urteil stellt eine neue Dimension dar. Es ist eine Warnung, dass auf mittlere Sicht eine Herabstufung der Bonität Deutschlands droht, sollte sich die Lage weiter verschlechtern. Dies könnte dann höhere Zinsen bei der Refinanzierung und einen erheblichen Imageschaden bedeuten.

Die Experten setzten am Abend auch Luxemburg und die Niederlande unter negative Vorzeichen, während Finnland die Note „stabil“ behielt. Moody's bestätigte für die drei Länder das Top-Rating „AAA“ – ebenso wie für Deutschland.

Darauf wies auch das Bundesfinanzministerium hin, das noch am späten Abend auf die Nachricht reagierte. Moody`s habe die Top-Note für Deutschland wegen der Stärken der Wirtschaft und der Politik bestätigt, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Die Senkung des Ausblicks nehme man als „Meinung“ zur Kenntnis. Moody's habe vor allem die kurzfristigen Risiken in den Vordergrund gestellt, „während längerfristige Stabilisierungsaussichten unerwähnt bleiben“, kritisierte das Ministerium. Die genannten Risiken in der Eurozone seien auch nicht neu.

Die Ratingagentur ist dagegen skeptisch. Es sei wahrscheinlicher geworden, dass Griechenland die Gemeinschaftswährung am Ende verlassen werde, so das Urteil der Experten. Zudem sei anzunehmen, dass angeschlagene Euro-Länder wie Spanien und Italien künftig noch mehr Unterstützung benötigten. Dies würde dann jene Staaten mit Top-Bonität – wie Deutschland – besonders stark belasten. Im Februar hatte Moody`s bereits den Ausblick für Frankreich und Österreich auf „negativ“ gesenkt.

Warum Finnland „stabil“ bleibt
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81 Kommentare zu "Ausblick gesenkt: Moody's rüttelt an Deutschlands Top-Rating"

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  • Kann man denn Ratingagenturen wirklich noch ernst nehmen, die samt und sonders, ebenso wie wie die amerikanische Notenbank FED, Tochtergesellschaften der Großbanken sind und nur ein Ziel haben: Den EURO schwächen?

    Die einzige, aber wieder fallengelassene Alternative wäre eine Europäische Ratingagentur.

  • Wer nimmt den die "Ratings" der amerikanischen Betrügeragenturen noch ernst?

    Die USA mit ihrem gallopierenden Haushaltsdefizit von c.a. 7,5% nebst Staatschulden von über 100% BSP wird mit Aaa bewertet.

    Großbritannien, mit sagenhaften 147% BSP Staatsschulden und ebenso 7,5% Haushaltsedfizit: natürlich Aaa.

    Während Spanien - weniger Staatssschulden als USA oder Großbritannien - Baa3.

    *********

    Und wer hat die synthetischen Subprime-Papiere mit Aaa bewertet?

    Richtig: die amerikanischen Betrügeragenturen.

    *********

    Der schlimmste Skandal ist hier das Versagen der deutschen Politik und Justiz:

    Wieso verbietet der Innenminister nicht diese kriminellen Vereinigungen?

    Wieso erhebt kein Staatsanwalt Anklage wegen schweren Betrugs?

  • Das ist Stammtischgerede, von einem Währungskrieg zwischen USDollar und Euro anlässlich der drohenden Herabstufung zu sprechen und bringt uns nicht weiter. Die Rating-Agenturen haben viel, viel zu spät auf die Probleme im Euro-Raum in der Vergangenheit reagiert. Jetzt steckt der Karren im Dreck (Griechenland, Italien, Spanien und demnächst auch Frankreich etc. ) und die Herabstufungen bringen uns zu so später Zeit (bzw. im Nachhinein) auch nicht mehr weiter.

    Das starke Deutschland hat im Euro-Verbund nichts mehr zu suchen, weil wir zum Euro nun mal nicht (mehr) passen. Die niedrigen Zinsen machen uns kaputt und überhitzen z. B. die Baubranche und begünstigen die Schuldenmacherei der Städte, Bundesländer etc. Wo bleiben die selbsternannten Umweltapostel, die den vielen Neubaugebieten einen Riegel vorschieben.

    Deutschland wacht erst auf, wenn die Zinsen ordentlich steigen und die Einstufungen der Agenturen uns stark bestrafen und wir dann wirklich echte Probleme bekommen. Echte Probleme kommen, wenn wir für die Rückzahlung der Schulden aus dem Euro-Verbund in Anspruch genommen werden. Dann sind wir schnell am Ende, weil wir in der Vergangenheit keine Straßen, Bahnlinien und Flughäfen auf Vorrat gebaut haben. Wir haben heute schon kein Geld für ausreichende Straßen, Schnellbahnen etc.

    Höhere Zinsen werden für die Zahlungen unserer Betriebsrenten und Lebensversicherungen bald dringend gebraucht.

    Wir müssen lernen, mit weniger „EU-Verordnungen“ auszukommen. Wir können Europa nicht mit den USA vergleichen. Europa und die USA haben auf unterschiedlichen Wegen zusammengefunden. Die USA und den Dollar kann man nicht kopieren.

  • @mondahu Teil 2 Hätten sich die anderen nicht verschuldet, wäre aus dem Exportweltmeister Deutschland nichts geworden. Mit einem Vulgärdarwinismus, wie Sie ihn anklingen lassen, ist volkswirtschaftlich kein Blumentopf zu gewinnen.

  • @mondahu
    Es ist makroökonomisch wenig plausibel, ihr Verhalten während der Schulzeit mit der Situation in der europäischen Währungsunion (EWU) zu vergleichen. Es verlangt auch niemand, das „D seine besten Eigenschaften (Ehrlichkeit, Fleiß, solides Wirtschaften) verleugnen und sich dem ClubMed angleichen?“ soll, sondern um die Feststellung, dass Deutschland vom Anfang der EWU sich wirtschaftliche Wettbewerbsvorteile erschlichen und damit eklatant gegen die Verträge von Maastricht verstoßen, indem es die Zielinflationsrate permanent unterschritten hat. Der ClubMed, wie Sie ihn nennen, hatte eine geringere Staatsverschuldung als Deutschland, sondern eine Verschuldung des Privatsektors (Italien, Portugal, Spanien) Die Vorteile Deutschlands beruhen nicht auf den von ihnen genannten Eigenschaften, sondern auf Kostendrückerei. Während die anderen investiert und Schulden gemacht haben, um den Deutschen ihre Waren abzukaufen, hat Deutschland unter seinen Verhältnissen gelebt und seine eigenen Bürger mit Hatz IV, Agenda 2010 Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen vom Wohlstand abgeschnitten. Dass was Sie Cleverness nennen ist bezogen auf Deutschland in Wahrheit Dummheit und Kurzsichtigkeit. Unsere Gewinne waren zwangsläufig die Schulden der anderen. Allerdings ist das ein Wirtschaftsmodell, das in einer Währungsunion schlicht nicht endlos funktionieren kann, weil auch die Wettbewerbsfähigkeit des einen nur dann entstehen kann, wenn ein anderer weniger wettbewerbsfähig wird. Und wenn man eine not bail out-Klausel vereinbart, muss man gleichzeitig dafür sorgen, dass sich nicht einige auf Kosten der anderen bereichern und diesen dann verweigern wettbewerbsfähiger zu werden, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Schulden und Gewinne sind zwei Seiten einer Medaille. Wenn Sie zur Bank 100 € tragen und einen 3%-tigen Zins wollen, dann muss die Bank einen finden, der sich in dieser Höhe 100+5 verschuldet und mit seiner Arbeit diese plus eigenem Gewinn erwirtschaftet.

  • Ich höre hier immer nur: "Die anderen sind schuld." Fasst euch mal an die eigene Nase. Ihr konsumiert jeden Dreck der euch im Fernsehen präsentiert wird. Ihr esst verseuchte Industrienahrung, lasst euch mit Medikamenten vergiften und habt insgesamt eurem Wohlstand dadurch "gewonnen", dass ihr die Rohstoffe anderer Länder seit Jahrzehnten ausbeutet. Zudem habt ihr auf Kosten der anderen Länder ein immer grösseres Exportdefizit aufgebaut. Was glaubt ihr denn wer denn die vielen MBW, Mercedes etc. kaufen gekauft hätte, wenn nicht "die Anderen"? Wer hat denn die CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne gewählt die uns seit Jahrzehnten verarschen und ausbeuten? Wer die Welt verändern will muss zu allererst sich selber ändern. Weg von der blinden, rein Konsum gesteuerten immerwährenden Wachstumshysterie und der Geldschaffung "aus dem Nichts" mit Zinseszins. Weg vom reinen Profitdenken, hin zu Humanismus und Nachhaltigkeit. Aber der Michel will sich nicht ändern, lieber geht er mit dem System unter.

  • Vielen Dank Frau Merkel!!!

  • Knapp 1,5% auf Bundesanleihen sind den Anlegern auf Dauer natürlich zu wenig. Da wird jetzt eben an den Schräubchen gedreht.
    Die Ratingagenturen sind der Säbel mit dem die Fianzmafia rasselt. Es ist doch verwunderlich, dass kaum wenn die EU eine "Bazooka" abgefeuert hat und sich "die Märkte" zu beruhigen drohten, von den Ratingagenturen wieder Herunterstufungen kamen (z.B. im Falle Italiens). Im Übrigen kann ich nur den Kopf darüber schütteln, dass diesen Schießbudenfiguren überhaupt noch Gehör geschenkt wird (anstatt bei jeder ihrer Äußerungen in schallendes Gelächter auszubrechen), haben sie doch (wie ich hier schon früher postete) durch eine gezielte Falschbewertung der Subprime-Papiere zu Hauptschuldigen der Krise gemacht und völlig disqualifiziert. Wer noch an die Objektivität dieser Agenturen glaubt, lässt sich vermutlich auch sonst leicht übertölpeln.

  • Sorry, sollte heissen:"Wenn wir nicht eine derart starke Exportwirtschaft hätten .....

  • Es sind doch keineswegs nur die PIIGS oder Bruxelles und Strasbourg. Nein, die ganze Ueberversorgung des Oeffentlichen Dienstes trägt wesentlich dazu bei das Deutschland in den letzten Jahrzehnten die Verschuldung massiv erhöht hat. Hier muss endlich gespart werden.

    Wozu braucht es den unkündbaren Beamtenstatus?
    Warum zahlt der Steuerzahler für deren Pensionen?
    Warum sitzen im Parlament ueberproportional viele Staatsbedienstete?
    etc...

    Das ist Griechenland! Wenn wir eine derart starke Exportwirtschaft hätten wären wir längst da wo die Griechen jetzt sind. Wenn die Exporte kollabieren würden gilt: D = GR. Mahlzeit!!

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