Ausfallversicherungen
Wieder mehr Zweifel an Griechenland

Die Zweifel an der Griechenland-Rettung sind immer noch groß. Die Ausfallversicherungen gegen eine Zahlungsunfähigkeit des Schuldenlandes sind wieder teurer geworden. Fünfjährige CDS liegen jetzt bei 2055 Basispunkten.
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FrankfurtZweifel an der Verabschiedung der Sparpakets im griechischen Parlament haben die Kosten für die Versicherung griechischer Schulden gegen einen Zahlungsausfall weiter in die Höhe getrieben. Fünfjährige Kreditausfallversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen verteuerten sich am Freitag um 32 auf 2055 Basispunkte, wie der Datenanbieter Markit mitteilte.

Das bedeutet, dass es 2,055 Millionen Euro kostet, Schulden des Mittelmeeranrainers in Höhe von zehn Millionen Euro abzusichern. Auch portugiesische CDS verteuerten sich um 14 Basispunkte auf 825 Basispunkte.

Dass sich die Regierung in Athen mit der Troika von EU, IWF und Europäischer Zentralbank über zusätzliche Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushaltes geeinigt habe, sei erwartet worden, sagte Gavan Nolan, Analyst bei Markit. Die große Unbekannte bleibe, ob das griechische Parlament in der nächsten Woche Ja zu dem Sparpaket sage.

An den Rentenmärkten standen die zehnjährigen griechischen Anleihen weiter unter Druck. Sie notierten mit 17,111 Prozent über ihrem Vortagesschluss von 17,013 Prozent. Der Risikoaufschlag zu den entsprechenden deutschen Pendants lag bei 14,4 Prozent.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ausfallversicherungen: Wieder mehr Zweifel an Griechenland"

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  • @ Marktzyniker:

    So, so, CDS sind "derivative Spekulationsinstrumente", also das Teufelszeug überhaupt ... dann nennen Sie mir doch ´mal ein einziges Derivat, daß nicht auch zur Spekulation mißbraucht werden kann ...
    Aktienoptionen, Indexfutures, Devisenfutures, Zins-SWAPs??? Kann man alles nutzen, um bestehende Positionen gegen bestimmte Marktveränderungen abzusichern ... aber eben auch - sofern keine Position besteht - "nur" um zu spekulieren.
    Nur würde ohne diese Marktteilnehmer wahrscheinlich gar kein liquider Markt entstehen und somit auch eine Absicherung über solche Instrumente nicht möglich sein!
    Versuchen Sie doch zum Beispiel ´mal bei einem Kreditversicherer eine entsprechende Ausfallversicherung für irgendwelche Staatsanleihen (nicht nur Griechenland & Co.) zu bekommen ... Fehlanzeige! ... und selbst wenn, ob die zu zahlende Prämie fair ist, wissen Sie dann auch nicht.

  • Zum zehntrillionsten Mal:
    CDS sind keine Ausfallversicherungen, sondern derivative Spekulationsinstrumente, weil man - ohne selber Gläubiger zu sein - im Falle einer Insolvenz des Schuldner unabhängig davon, dass man einen Schaden hat, die Versicherungssumme bekommt. CDS sind lediglich a u c h zur Absicherung von Krediten geeignet, aber in der Praxis wohl mehr zur Spekulation.
    Dagegen bekommt man bei einer Kreditversicherung, nur die Versicherungsleistung, wenn man nachweisen kann, dass man
    1. Gläubiger des Schuldners ist
    und
    2. man durch die Insolvenz einen finanziellen Schaden erlitten hat.

    Sorry! Ich schätze Ihre Redaktion sehr hoch ein, warum machen Sie dann solche Überschriften.

    Ganz ausnahmsweise erlaube ich mir auf einen Artikel in meinem Blog zu verweisen, mit weiteren Nachweisen zum Thema:

    http://markt-zyniker.blogspot.com/2009/11/credit-default-swaps-ein-gefahrliches.html

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