Ausleihungen
Spannungen am Geldmarkt nehmen zu

Europäische Geschäftsbanken leihen sich kurzfristige Mittel derzeit vermehrt bei der EZB. Auch bei den Einlagen nehmen sie schlechtere Konditionen in Kauf - ein Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander.
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FrankfurtDie Spannungen am Geldmarkt im Euroraum nehmen weiter zu. Am Donnerstag legten die eintägigen Ausleihungen der Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich von 1,361 Milliarden Euro am Vortag auf 3,153 Milliarden Euro zu, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Damit liegen die Ausleihungen so hoch wie zuletzt Mitte September.

Die eintägigen Einlagen stiegen ebenfalls an - sie kletterten von 213,2 Milliarden auf 221,4 Milliarden Euro. Sie liegen damit so hoch wie zuletzt im Juli 2010 und deutlich über ihrem üblichen Jahresdurchschnitt.

Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise leihen sich die Banken nur ungern kurzfristige Mittel bei der Notenbank, da sie dafür einen hohen Zins von derzeit 2,25 Prozent zahlen müssen. Für die Einlagen erhalten die Banken hingegen einen nur geringen Zins von aktuell 0,75 Prozent. Kurzfristige Mittel leihen sich die Banken normalerweise lieber untereinander zu günstigeren Konditionen am sogenannten Interbankenmarkt aus. Hintergrund der Spannungen ist die europäische Schuldenkrise.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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