Ausverkauf am Anleihemarkt
Das große Zittern der Anleger hat begonnen

Der Ausverkauf von Staatsanleihen – in Deutschland, aber auch in den USA – nimmt wieder an Fahrt auf. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Nervosität der Anleger ist auf die Aktienmärkte übergegangen. Wie Anleger ticken.
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FrankfurtAm Bondmarkt spielt sich historisches ab: Der Bund-Future – ein Terminkontrakt auf langlaufende deutsche Staatsanleihen – fällt wie ein Stein. Am heutigen Dienstag ist er um 1,4 Prozentpunkte und damit deutlich abgerutscht. Mehr noch: In den vergangenen beiden Wochen summiert sich der Verlust auf vier Prozent. So deutlich hat der Bund-Future in so kurzer Zeit noch nie verloren.

Spiegelbildlich dazu steigen die Renditen der Bundesanleihen, die sich gegenläufig zu den Kursen entwickeln, weiter. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte zuletzt mit 0,7 Prozent. Vor gut drei Wochen war sie auf das historische Tief von 0,05 Prozent gefallen. Grund dafür war vor allem die Europäische Zentralbank (EZB), die seit März Anleihen über insgesamt 60 Milliarden Euro pro Monat kauft; auf Bundesanleihen entfallen davon schätzungsweise um die zehn Milliarden Euro.

Viele Investoren hatten dabei bis vor wenigen Wochen noch auf weiter steigende Anleihekurse und fallende Renditen gesetzt. Doch Pustekuchen – inzwischen geht es unter Schwankungen mit den Renditen massiv aufwärts. Vergangene Woche war die zehnjährige Bund-Rendite sogar auf bis zu 0,8 Prozent geklettert.

Dabei geht es aber nicht nur um Bundesanleihen. Weltweit gehen die Anleihekurse auf Tauchstation, und die Renditen steigen. So kletterte in den USA die Rendite der zehnjährigen Anleihe am Dienstag im frühen Handel auf gut 2,3 Prozent und damit den höchsten Stand seit fünf Monaten.

Das machte Anleger zusätzlich nervös: Die erste Zinserhöhung der US-Notenbank seit dem 2006 werde einen „Regimewechsel einläuten“, betonte am Dienstag in Zürich William Dudely, Chef der Notenbank von New York – und goss damit weiteres Öl ins Feuer. In der vergangen Woche hatten gute US-Arbeitsmarktdaten die Spekulationen über eine früher als zuletzt erwartete Leitzinserhöhung der US-Notenbank doch wieder geschürt.

Dabei gibt es schon hierzulande genug Dinge, die Investoren nervös machen und sie Anleihen verkaufen lassen. Dazu zählen für Michael Mewes, Leiter des Teams für festverzinsliche Anleihen bei JP Morgan Asset Management, „eine verbesserte Konjunktur in der Euro-Zone, die daraus folgende Neubewertung der Inflationsrisiken und einen Mangel an natürlichen Käufern von Staatsanleihen bei einer Rendite nahe null Prozent.“

Dazu kamen zuletzt kritische Aussagen von US-Investoren wie Bill Gross, dem bekannten Ex-Chef von Pimco und von Jeffrey Gundlach, dem Chef der US-Anlagefirma Doubleline, einem in den USA fast ebenso bekannten Investor wie Gross. Beide empfahlen Wetten auf fallende Kurse bei Bundesanleihen, blieben bei Aussagen zum Timing aber sehr vage. Doch das reichte, um die Nervosität weiter zu schüren.

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„Anleger fühlen sich gezwungen, Risiken zu reduzieren“

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Vor kurzem wurde gejammert weil die Verzinsung für die Versicherer zu niedrig war. Jetzt steigt die Verzinsung und es wird auch gejammert!
    Also was denn?
    Ist vielleicht wieder der Draghi an allem Schuld. Ein Italienr als Sündenbock ist schon allein deswegen dazu predestiniert weil er eben nur Italiener ist, gel?
    Dem fehlt doch an deutschem Sachverstand! (für die ganz langsamere, es ist ironisch gemeint)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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