Autobranche
Anleihebesitzer von General Motors zittern

Anleiheinvestoren geben dem amerikanischen Autokonzern General Motors keine Chance mehr und erwarten einen baldigen Konkurs. Selbst der neue GM-Chef Fritz Henderson hält eine Insolvenz des Unternehmens für "immer wahrscheinlicher." Die Kurse der GM-Anleihen haben bereits massiv an Wert verloren.

FRANKFURT. Anleiheinvestoren rechnen fest damit, dass der US-Autokonzern General Motors (GM) in Konkurs gehen wird. Das würde für die Gläubiger heftige Einschnitte bedeuten. Die Kurse der GM-Anleihen sind massiv abgestürzt. So notiert zum Beispiel ein im Jahr 2033 fälliger Dollar-Bond von General Motors nur noch mit acht Prozent seines Rückzahlungswertes von 100 Prozent.

Die Marktbewertungen passen zu den Schätzungen von Standard & Poor?s (S&P). Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Besitzer der unbesicherten Anleihen von GM im Insolvenzfall null bis zehn Prozent ihres angelegten Geldes zurückbekommen werden. Besser stehen die Banken da, die laut S&P für ihre Kredite zwischen 70 und 100 Prozent zurückbekommen dürften.

Auch am Markt für handelbare Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) wird ein Zahlungsausfall definitiv erwartet, und zwar bald. So müssen Investoren 8,7 Mio. Dollar vorab zahlen und dazu noch 500 000 Dollar pro Jahr, um GM-Anleihen im Wert von zehn Mio. Dollar fünf Jahre lang abzusichern. Die Absicherung kostet so für fünf Jahre mehr als die zu versichernde Summe.

Auch der neue GM-Chef Fritz Henderson sagte in der vergangenen Woche, dass eine Insolvenz seines Unternehmens "immer wahrscheinlicher" werde. Bis Ende Mai hat der Autobauer noch Zeit, einen Sanierungsplan vorzulegen, um von der US-Regierung gerettet zu werden. Dass die Anleihen des Konzerns so unter Druck stehen, hängt aber damit zusammen, dass die Bondbesitzer auch bei einer Rettung bluten müssen.

Konkrete Pläne wie die Anleihebesitzer zur Kasse gebeten werden, gibt es noch nicht. Dies könnte über einen Tausch der Anleihen in Aktien oder in neue Bonds mit geringerem Nennwert geschehen. Am Wochenende kursierten Gerüchte, dass alle GM-Anleihen in Aktien getauscht werden könnten. Analysten halten indes eine Kombination aus beiden Optionen für wahrscheinlicher. Auch S&P erwartet, dass ein Teil der alten Anleihen in neue Bonds getauscht wird.

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