Bank of England
„Märkte sehen Zinswende zu gelassen“

Die Zinsen verharren auf sehr niedrigem Niveau – das könnte sich schon bald ändern. Die britische Nationalbank warnt allerdings die globalen Finanzmärkte: Das Ende der Niedrigzins-Ära birgt Gefahren.
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LondonDie britische Notenbank warnt die globalen Finanzmärkte vor einem zu laxen Umgang mit dem anstehenden Ende der Niedrigzins-Ära. Sie hätten sich bislang von den Aussichten auf eine straffere Geldpolitik weitgehend unbeeindruckt gezeigt, heißt es in den am Dienstag veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Anfang März. Dies berge die Gefahr, dass sich eine „verstärkte Risikoneigung“ einschleiche. Gefährlich sei vor allem, dass Händler und Investoren den Übergang in eine normalisierte Geldpolitik „nicht vollständig mit ins Kalkül ziehen“ würden.

Die Bank of England (BoE) dürfte nach Ansicht von Beobachtern nächstes Jahr als eine der ersten Zentralbanken der führenden Industriestaaten die Zinszügel anziehen. Derzeit liegt ihr Schlüsselzins noch auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent, auch wenn sich die Wirtschaft bereits kräftig erholt hat.

Auch US-Notenbankchefin Janet Yellen hat durchblicken lassen, dass angesichts des Aufschwungs eine Straffung der Geldpolitik ab Frühjahr 2015 auf die Agenda kommen dürfte. Die signalisierte Abkehr vom Kurs des ultrabilligen Geldes in den USA hat bereits seit Mitte 2013 vor allem in den Schwellenländern für wirtschaftliche Turbulenzen gesorgt.

Viele ausländische Investoren zogen ihr Geld in der Hoffnung auf steigende Renditen in den Vereinigten Staaten aus den als riskanter geltenden Anlagen in Ländern wie Indien, Brasilien und der Türkei ab. Inzwischen liegen die Währungen dieser Volkswirtschaften allerdings wieder bis zu zehn Prozent über ihren Tiefs vom Januar, als die US-Notenbank mit dem Abbau ihrer Konjunkturspritzen begann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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