Bankaktien
Hedge-Fonds flüchten aus „totem Geld“

Viele Hedge-Fonds-Manager haben ein gutes Gespür für Trends. Meistens. Ihr Urteil über Bankaktien im Allgemeinen und JP Morgan im Besonderen, fällt vernichtend aus. Doch ob sie damit richtig liegen, ist fraglich.
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New YorkMoore Capital Management, ein Hedgefonds, der Anfang des Jahres noch seine Beteiligung an JPMorgan Chase & Co. ausgebaut hatte, verkauft nun seine Aktien der US-Großbank. Er steht damit nicht alleine da: Zahlreiche andere Firmen bauen zurzeit ihre Investments ab, nachdem JPMorgan einen Handelsverlust von mehreren Milliarden Dollar bekannt gegeben hatte.

Moore, die 15 Milliarden Dollar schwere Firma von Louis Moore Bacon, verkaufte ihre komplette Beteiligung von etwa 6,47 Millionen Aktien im zweiten Quartal, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. TPG-Axon Management, der vier Milliarden Dollar schwere Hedge-Fonds von Dinakar Singh, stieß eine Beteiligung über 3,13 Millionen Aktien ab.

Zahlreiche Hedge-Fondsgesellschaften oder institutionelle Investoren mit einem Anlagevermögen von mindestens 100 Millionen Dollar in US-Aktien haben sich komplett oder teilweise von ihren Investments getrennt, nachdem JPMorgan im zweiten Quartal einen Handelsverlust in Höhe von mindestens 5,8 Milliarden Dollar bekannt gegeben hatte und der Aktienkurs um 22 Prozent eingebrochen war. Ihre Bestände an JPMorgan-Aktienpaketen sank um 28,7 Milliarden Dollar auf 89,8 Milliarden Dollar im zweiten Quartal, zeigen von Bloomberg ausgewertete Daten.

Die Verkäufe durch die Hedge-Fonds „spiegeln die Tatsache wider, dass es sich, zumindest kurzfristig, um totes Geld handelt”, sagt Nancy Bush, eine Analystin bei dem Analyseunternehmen SNL Financial. „Diese Sache hat erst vor ein paar Monaten angefangen, es wird also mindestens noch ein paar weitere Monate dauern, bevor sie sich totgelaufen hat. Man kann einfach nicht wissen, wie die Kollateralschäden aussehen werden.”

Jamie Dimon, der Konzernchef der Bank, hatte den Wirbel um die Transaktionen ursprünglich einen „Sturm im Wasserglas” genannt, bevor er umschwenkte und eingestand, dass „materielle Schwächen” bei den internen Kontrollen und bei der Informationsweitergabe bestanden hätten. Mindestens elf Behörden auf Landes-, Staats- und internationaler Ebene untersuchen die Geschäftspraktiken der Bank zurzeit, wie am 9. August bekannt gegeben wurde.

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  • mannomann!!

    wohin flüchten die dann alle, wenn das system kollabiert und die versicherer mit entsicherten forderungen vor der tür stehen?

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