Banken hoffen auf eine steigende Nachfrage im Jahresverlauf
Institute verdienen weniger Geld mit Wandelanleihen

Mit der Platzierung von Wandelanleihen haben Investmentbanken in diesem Jahr nicht viel verdient. Das trifft sie hart, denn auch Emissionen von Unternehmensanleihen sind rar gesät, von Börsengängen ganz zu schweigen.

HB FRANKFURT/M. Insgesamt wurden in diesem Jahr in Europa Wandel- und Umtauschanleihen über rund fünf Mrd. Euro begeben. Die verzinslichen Wertpapiere können zu einem bei der Emission festgesetzten Kurs in Aktien getauscht werden (s. Kasten). Im vergangenen Jahr wurden in Europa Convertibles und Exchangeables über 48 Mrd. Euro platziert. „Dieses Volumen werden wir mit Sicherheit nicht mehr erreichen“, sagt Johannes Köhler, der bei Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) Convertible-Emissionen im deutschsprachigen Raum verantwortet.

Banker sind aber optimistisch, dass das Geschäft im Jahresverlauf zumindest nicht ganz so mau wie im ersten Quartal verlaufen wird, in dem es nur drei größere Transaktionen gab. „Die Emissionsbedingungen sind angesichts der niedrigen Kapitalmarktzinsen und der gestiegenen Aktienkurse hervorragend“, meint Köhler. In den vergangenen Wochen gab es denn auch mit Linde, Continental und RWE (wandelbar in Aktien von Heidelberger Druck) gleich drei Emissionen über jeweils 400 Mill. bis 550 Mill. Euro knapp hintereinander. Dabei war die Nachfrage nach Angaben der beteiligten Banken überwältigend. „Dieses Jahr werden Convertibles über rund 35 Mrd. Euro fällig, allein deshalb gibt es enorme Nachfrage nach neuen Papieren“, sagt Mark Hammarskjold, Direktor für Convertibles und ähnliche an Aktien angelehnte Papiere bei der Citigroup in London.

„Insgesamt werden deutsche Unternehmen wie schon im vergangenen Jahr einen großen Anteil am Markt haben“, meint Manish Wadhwani, Leiter des Geschäfts mit Wandelanleihen und ähnlichen Produkten bei der Hypo-Vereinsbank. 2003 wurden deutsche Wandel- und Umtauschanleihen über 13,5 Mrd. Euro begeben. Darunter waren Umtauschanleihen der KfW Bankengruppe auf die Deutsche Telekom (fünf Mrd. Euro) und die Deutsche Post (eine Mrd. Euro) sowie Milliarden-Wandler von Siemens und Deutscher Telekom. „Diese prominenten Emittenten haben zu einer größeren Akzeptanz der Convertibles geführt“, meint Hammarskjold. Wadhwani erwartet, dass in diesem Jahr etliche Unternehmen aus dem MDax und dem TecDax den Markt anzapfen werden: „Der Markt wird reifer, früher gab es Convertibles fast nur von den Dax-Unternehmen, das wird sich weiter ändern.“ Wandler seien für Unternehmen oft ein Einstieg in den Kapitalmarkt, da sie sich auch ohne Bonitätsnoten von den Ratingagenturen gut platzieren ließen, sagt auch Hammarskjold.

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