Banken lockern Regeln im Handel mit Jumbo-Pfandbriefen
Anleger suchen Schutz bei sicheren Staatsanleihen

Der Aufschwung an den Anleihemärkten in Europa und den USA hat sich am Donnerstag den dritten Tag in Folge fortgesetzt. Die Kurse stiegen und entsprechend sanken die Renditen.

HB/cü FRANKFURT. Das Thema lautete erneut Risikoaversion: Neue Meldungen zu Unternehmen mit Finanzierungsschwierigkeiten verschreckten die Investoren und ließen sie in den sicheren Hafen der Staatsanleihen flüchten. "Am Markt geht wirklich die Angst um, jeder wartet auf die nächste Hiobsbotschaft", sagte Marc Ostwald, Stratege bei Insinger de Beaufort in London. Das führte zu Umschichtungen von Aktien in Anleihen.

Am Nachmittag gaben zudem unerwartet schlechte Zahlen zum US-Häusermarkt den Anleihekursen Auftrieb. Schwache Wirtschaftsdaten machen eine Zinssenkung durch die US-Notenbank wahrscheinlicher, wovon Zinspapiere profitieren. Die Wohnungsbauunternehmen in den USA begannen im Juli so wenige Neubauten wie zuletzt vor einem Jahrzehnt. Die Zahl der Baubeginne war um 6,1 Prozent auf eine Jahresrate von 1,38 Millionen gefallen.

Die zweijährige Bundesanleihe rentierte markant niedriger bei 3,95 Prozent, die Rendite von US-Treasuries gleicher Laufzeit sackte auf 4,09 Prozent ab. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe fiel auf 4,24 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 1,05 Prozentpunkte auf 113,94 Prozent. Die Rendite der US-Treasuries mit zehnjähriger Laufzeit rutschte auf 4,61 Prozent ab. Trotz des Rendite-Absturzes seit Mitte Juli bewegt sich sowohl die Rendite des deutschen als auch des US-Langläufers immer noch deutlich über dem Niveau am Jahresanfang.

Die steigende Nervosität der Anleger macht sich auch am Markt für deutsche Pfandbriefe bzw. internationale Covered Bonds bemerkbar. Der Handel dort wird zunehmend schwieriger. Covered Bonds sind Anleihen, die mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckt sind. Dabei ist - meist gesetzlich - gesichert, dass die Pfandbriefe selbst dann bedient werden, wenn die emittierende Bank insolvent wird. Bei Jumbo-Pfandbriefen ist zudem vorgeschrieben, dass Banken als Market Maker An- und Verkaufsspannen in engen Spannen stellen. Diese Spannen erhöhten die Market Maker am Donnerstag jedoch. "Dies ist besser, als den Handel einzustellen", sagte Heiko Langer, Covered-Bond-Analyst bei BNP Paribas. Auch der Verband deutscher Pfandbriefbanken begrüßte das Vorgehen. Schwierigkeiten im Handel habe es vor allem bei Covered Bonds aus Spanien, Großbritannien und den USA gegeben.

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