Banken-Rettung
Notenbanker wollen Gläubiger zur Kasse bitten

Wer muss für die Rettung spanischer Banken bezahlen? Geht es nach der EZB, werden auch diejenigen zur Kasse gebeten, die sich bislang in Sicherheit wähnten. Zuletzt hatten die Notenbanker noch das Gegenteil behauptet.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will bei der spanischen Bankenrettung einem Zeitungsbericht zufolge auch privilegierte Gläubiger bluten lassen. Wie das „Wall Street Journal“ (WSJ) am Montag unter Berufung auf drei Insider berichtete, hat EZB-Chef Mario Draghi auf dem jüngsten Treffen der Euro-Finanzminister gefordert, auch private Anleihehalter mit vorrangigem Gläubigerstatus zum Forderungsverzicht zu zwingen, sollten Banken abgewickelt werden.
Das wäre eine Abkehr von der bisherigen Notenbankposition und ein riskantes Unterfangen, denn es würde vor allem die Investoren treffen, deren Vertrauen die Euro-Retter eigentlich zurückgewinnen wollen. Die EU-Kommission zeigt sich dem Bericht nach wenig aufgeschlossen gegenüber dem EZB-Vorstoß.

Normalerweise stehen die Anleihe-Investoren der sogenannten Senior-Tranche in der Rangordnung der Gläubiger auf einer Ebene mit den Kundeneinlagen. Sie genießen also größtmöglichen Schutz vor Zahlungsausfällen und stehen bei Insolvenzen ganz vorne in der Schlange, um ihre Mittel zurückzuerhalten. Im bisherigen Verlauf der Krise wurden bevorzugte Gläubiger deshalb noch nie zur Kasse gedrängt - selbst bei absoluten Härtefällen wie den irischen Banken blieben sie durch immensen Einsatz von Steuergeldern ungeschoren.
Bislang war die Notenbank stets vehement dagegen, private Investoren zu belasten. So hatte die EZB beispielsweise beim griechischen Schuldenschnitt eindringlich davor gewarnt, auf diese Weise einen Vertrauensverlust an den Finanzmärkten zu riskieren. Damals war es die Politik, die darauf drängte, private Gläubiger mit ins Boot zu nehmen.
Laut „WSJ“ stemmt sich die EU-Kommission dagegen. „Es ist klar, dass vorrangige Gläubiger nicht mit einbezogen werden“, zitiert das Blatt einen Sprecher der Kommission. Die EZB wollte sich auf Nachfrage nicht äußern. Die Notenbank sei bei den spanischen Bankenhilfen lediglich als Berater tätig, sagte ein Sprecher.

In der vergangenen Woche hatten die Pläne zur spanischen Bankensanierung bereits für Empörung bei Kleinsparern gesorgt. Denn Privatanlegern, die in nachrangige Schuldverschreibungen und Vorzugsaktien von spanischen Banken investiert haben, drohen auf jeden Fall Abschreibungen. Diese Papiere wurden in Spanien in großem Stil als Sparprodukte an Kleinanleger verkauft.



dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Banken-Rettung: Notenbanker wollen Gläubiger zur Kasse bitten"

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  • ...hätten aber vorher die Banken nicht diese "Schuldscheine" von Pleitestaaten gekauft, mit lächerlichen Zinssätzen, wäre es nicht so weit gekommen.

    Die Griechische Regierung zB hätte früher Massnahmen zur Konsolidierung der Staatsfinanzen einleiten müssen und niemand hätte die Banken später retten müssen.

    Die Banken haben also Schuldnern katastrophaler Bonität Geld gegeben. Warum? Noch interessanter: Wohin ging das Geld dann? In Obst für die griechischen Kinder? Oder zB in Panzer für den Staat - wodurch das Geld dann letztlich bei irgendwelchen Konzernen landete.

    In der Kürze: Das Geld der Banken ging an irgendwelche internationalen Konzerne und die Steuerzahler dürfen das jetzt bezahlen.

    Das ist doch alles hoch mafiös!

  • "Bislang war die Notenbank stets vehement dagegen, private Investoren zu belasten."

    ... die Satz ist ein Skandal! Ist das eigentlich jedem klar?

    Hier wird die Hochfinanz geschützt zu Lasten der Hartz4-Empfänger.

  • Die Geldhaie werden verschont und den Kleinanlegern drohen Abschreibungen! So schaut dann die Gerechtigkeit aus ... Geld geht zum Geld und nichts wird sich ändern, weil genau diese Geldhaie haben doch die Krise herbeigeführt, weil diese sich hochgradig verspekuliert haben! Jetzt werden diese noch dafür belohnt! Der kleine Mann schaut wieder in die Röhre!

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