Bankhaus Metzler: „Schuldenkrise dauert noch zehn Jahre“

Bankhaus Metzler
„Schuldenkrise dauert noch zehn Jahre“

Die Aufarbeitung der Staatsschuldenkrise wird noch zehn Jahre dauern, urteilt der Chef des Bankhauses Metzler, Friedrich von Metzler. Sein Haus erwartet eine Korrektur an den Anleihemärkten.
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FrankfurtFür Friedrich von Metzler „kommt in Europa die unterschiedliche Leistungs- und damit Wettbewerbsfähigkeit in den verschiedenen Staaten hinzu“, wie er im Interview mit dem Handelsblatt sagt und  auf die Lohnkosten verweist. Doch er sieht Europa auf einem guten Weg, auch in den europäischen Sorgenländern wie Spanien, Portugal und besonders Irland. Insgesamt führe an den schmerzhaften Veränderungsprozessen kein Weg vorbei.

Über die vielen Skandale, Affären etwa auch in der Deutschen Bank, zeigt sich der Bankier alten Schlages nicht geschockt. „Für die Branche spricht, dass sie dabei ist, sich zu verbessern. Skandale hat es leider zu allen Zeiten gegeben“, betont er. Aber die Vergangenheit sei ein guter Lehrmeister. Sie zeige, dass sich die Unternehmen wandeln können, sagt von Metzler mit Blick auf die fast 350-jährige Geschichte der eigenen Bank.

Mit einer Korrektur an den Anleihemärkten rechnet der persönlich haftende Gesellschafter Emmerich Müller. Der Grund: „Niedrigzinspolitik bringt immer die Gefahr einer Fehlallokation mit sich“, sagt Müller und erkennt blasenähnliche Bewertungen: „Mit Bundesanleihen verdienen die Anleger nicht genug, um die Inflation auszugleichen.“ Diese Fehlbewertungen zögen sich fast durch den gesamten Rentenmarkt.

Das Interview mit Friedrich von Metzler und Emmerich Müller finden Sie im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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  • @G_Hornochse

    Für von Metzlers Kompetenz spricht, dass er als Vermögensverwalter die anvertrauten Kundengelder bravourös durch die Krise gesteuert. Anders als etwa bei der Frankfurter Sparkasse, die ihren Kunden Lehman-Zertifikate angedrehte, gibt es bei Metzler keinen provisionsgetriebenen Vertrieb zweifelhafter Papiere sondern ein fundierte und transparente Anlagestrategie.

    Wenn er jedoch Europa, mit seinen „Sorgenländern wie Spanien, Portugal und Irland“ auf einem guten Weg sieht, dann irrt er sicherllich. Im Übrigen – bei allem Verständnis fürs Banker-Bashing – sind er und sein Haus die absolut unpassenden Hassobjekte.

    Er ist ein sympathischer und integrer Mensch. Die Metzlers sind sozial engagiert und die vielleicht wichtigsten Mäzene Frankfurts.

    Von Metzler sieht und benennt die Fehlentwicklungen im Bankensektor durchaus. Hielten Personen seines Formates die Schlüsselpositionen der Finanzindustrie besetzt, wäre es nie zur Bankenkrise gekommen.

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