Bereits mehrere große Deals im laufenden Jahr – Institute platzieren auch strukturierte Produkte
Das Geschäft mit Wandelanleihen nimmt wieder Fahrt auf

Banker, die ihr Geld mit der Emission von Wandelanleihen verdienen, schöpfen in diesem Jahr wieder Hoffnung auf gute Geschäfte.

FRANKFURT/M. „2005 hat sehr gut angefangen, und ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr mehr Emissionen sehen werden als im vergangenen Jahr“, sagt Klaus Hessberger, der bei JP Morgan das Aktienemissionsgeschäft für Deutschland, Österreich und die Schweiz leitet.

Auch Frank Heitmann, Managing Director im Aktienbereich bei Credit Suisse First Boston (CSFB), sieht einen „positiven Startschuss“ für das Jahr und geht davon aus, dass 2005 „aktiver“ als das Vorjahr“ wird. Die Rekordvolumina von 2003 ließen sich allerdings wohl nicht wieder erreichen, schränkt Heitmann ein.

Wandelanleihen – unter Experten auch Convertibles genannt – sind verzinsliche Wertpapiere mit einer bestimmten Laufzeit, die Investoren in Aktien des jeweiligen Emittenten tauschen können. Bei Umtauschanleihen (Exchangeables) bieten Emittenten Anlegern andere als die eigenen Aktien als Rückzahlung für die Anleihe an. Im vergangenen Jahr kamen nach Berechnungen der schweizerischen Großbank UBS in Europa nur neue Wandel- und Umtauschanleihen über 19 Mrd. Dollar an den Markt und damit gut 60 Prozent weniger als im Rekordjahr 2003. Allein im Januar 2005 zählte UBS dagegen in Europa schon Convertibles und Exchangeables über 3,5 Mrd. Dollar und damit deutlich mehr als in den ersten Wochen der beiden Vorjahre.

Auf das Jahr hochgerechnet ergäbe sich ein Volumen von knapp 42 Mrd. Dollar. Allerdings war der Emissionssprung im Januar vor allem auf zwei große Deals zurückzuführen. Der Versicherungskonzern Allianz gab im Rahmen einer komplexen Kapitalmarkttransaktion über vier Mrd. Euro unter Federführung von JP Morgan auch eine Umtauschanleihe über 1,6 Mrd. Euro aus, die in Aktien von BMW, Siemens oder Münchener Rück zurückgezahlt wird. Damit will die Allianz ihre Unternehmensbeteiligungen abbauen.

Zuvor hatte UBS eine Umtauschanleihe über gut 700 Mill. Euro auf Aktien von Daimler-Chrysler begeben. Beide Transaktionen waren so genannte Zwangswandler (Mandatories), bei denen die Investoren ihr Kapital auf jeden Fall in Aktien zurück bekommen und nicht die Wahl haben, sich ihr Geld am Ende der Laufzeit in bar auszahlen zu lassen.

Im Februar war die Aufsehen erregendste Transaktion in Deutschland bislang eine Wandelanleihe von Heidelberger Druckmaschinen über 280 Mill. Euro, für die sich die Deutsche Bank und JP Morgan das Mandat teilten. Alle Transaktionen waren deutlich überzeichnet.

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