Besser als erwartete Einkaufsmanagerindizes belasten Staatsbonds
Die Kapitalmarktzinsen ziehen kräftig an

Die schlechten US-Vorgaben vom Freitag und besser als erwartete Konjunkturdaten bescherten den europäischen Anleihemärkten zum Wochenauftakt Kursverluste. Am Abend lag der Bund-Future bei 122,00 Prozent und damit 0,45 Prozentpunkte im Minus.

FRANKFURT/M. Am Abend lag der Bund-Future – Terminkontrakt auf lang laufende Bundesanleihen und wichtigstes Barometer für die Stimmung an den Anleihemärkten der Euro-Zone – bei 122,00 Prozent und damit 0,45 Prozentpunkte im Minus. Zuvor war er bis auf 121,84 Prozent gefallen. Am Kassamarkt, an dem sich die Anleiherenditen spiegelbildlich zu den Kursen entwickeln, stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe deutlich auf 3,29 Prozent.

Der an den Märkten viel beachtete Index für die Stimmung in der US-Industrie vom Institute for Supply Management (ISM) stieg überraschend stark auf 56,6 von 53,8 Punkten. Volkswirte hatten bei dem nationalen Einkaufsmanagerindex im Schnitt mit einem Anstieg auf nur 54,3 Punkte gerechnet. Allerdings ging der Teilindex für die bezahlten Preise auf 48,5 von 50,5 Punkten zurück. Das war nach Ansicht von Peter Müller, Zinsstratege bei Commerzbank Corporates and Markets, auch ein Grund dafür, dass sich die Anleihen trotz des starken ISM-Indexes noch recht gut hielten. „Solange sich die Inflation in Grenzen hält, gibt es für die US-Notenbank keinen Grund, die Leitzinsen drastisch zu erhöhen“, meinte Müller. Den ganz großen Rückschlag an den Anleihemärkten befürchtet er nicht, solange der Bund-Future aus technischer Sicht den wichtigen Unterstützungsbereich zwischen 121,85 bis 121,77 Prozent hält.

Der Bund-Future war schon vor der Veröffentlichung des ISM-Index zeitweise unter die Marke von 122 Prozent gefallen. Ein Auslöser dafür war der Einkaufsmanagerindex in der Euro-Zone, der mit einem Anstieg auf 50,8 Punkte etwas besser als erwartet ausgefallen war. Damit lag der Index zum ersten Mal seit März über der kritischen Marke von 50 Punkten, die für einen Konjunkturaufschwung stehen. Das reduzierte Händlern zufolge die ohnehin gesunkenen Hoffnungen auf eine Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch weiter.

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