Bill Gross: Bondkönig fürchtet Inflation und Währungsverfall

Bill GrossBondkönig fürchtet Inflation und Währungsverfall

Die lockere Geldpolitik verunsichert Anleihenmanager. Erst in vielen Jahren werde sich zeigen, wie viel Inflation das nach sich ziehe, warnt Bill Gross von Pimco. Was er Zinsjägern rät und warum er Aktien kritisch sieht.
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New YorkInvestoren sollten die langfristigen Inflationsgefahren im Auge behalten. Diesen Rat hat Bill Gross, Manager des größten Anleihefonds bei Pacific Investment Management Co. (Pimco), zu Beginn des neuen Jahres gegeben. Als Risiko für die Preisstabilität betrachtet der Manager der Allianz-Tochter die Geld- und Fiskalpolitik, insbesondere in Amerika.

Die US-Notenbank Fed hat mehrere Programme aufgelegt, die sogenannte quantitative geldpolitische Lockerung (QE). „Schlussendlich werden staatliche Finanzierungs-Systeme wie das heutige QE (…) schlecht enden”, schrieb der Manager in seinem jüngsten Investment-Ausblick. Wegen seiner herausragenden Anlageergebnisse wird er im Anleihenhandel auch Bondkönig genannt.

Das Risiko der insgesamt 6.000 Milliarden Dollar umfassenden Bilanzausweiterung bei den sechs größten Zentralbanken der Welt durch Anleihekauf-Programme seit Anfang 2009 „zeigt sich in der Form von Inflation und der Entwertung von Währungen - entweder in Relation zueinander oder zu Rohstoffen” wie Öl oder Gold, erklärte der Anleihen-Experte.

Sein Rat: Investoren sollten länger laufende Anleihen vermeiden, denn die inflationären Effekte der von der US-Notenbank Federal Reserve ergriffenen Maßnahmen würden sich wahrscheinlich erst in vielen Jahren zeigen. Er rät stattdessen zu kurz- bis mittelfristigen Papieren, die von den Zentralbank-Aktionen eher profitieren dürften.

Nutznießer der Anleihenaufkäufe der Zentralbanken sind auch risikoreichere Anlageklassen wie Aktien. Doch letztlich könnten die Aktionen der Notenbanken diesen Anlageklassen schaden, warnt Gross. Denn die geldpolitische Lockerung könnte sich als “zunehmend ineffektiv” erweisen - und zwar mit Blick auf die Unterstützung der Realwirtschaft.

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat seit diesem Monat ihr Aufkauf-Programm für US-Staatsanleihen um 45 Milliarden Dollar ausgeweitet. Dieses Programm läuft zusätzlich zu jenen 40 Milliarden Dollar an Hypotheken-Papieren, die ohnehin schon aufgekauft werden.

Vergangenen Monat hatte die US-Notenbank zudem den Ausblick für den Leitzins erstmals an die Arbeitslosenquote und an die Inflationsziele gebunden. Nicht Investoren und Analysten fürchten, dass die Maßnahmen von Fed-Chef Ben S. Bernanke die Preisstabilität gefährden.

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  • @statesman
    Interessanter Weise haben einige Rentenfonds eine erstaunlich gute Performance, wobei sich das natürlich nur auf die Vergangenheit bezieht. Wie die Zukunft aussieht, weiß niemand.

    Beispiel: Allianz PIMCO Internat Renten A EUR (ISIN DE0008475054)

    Ich vermute, dass die Profis das nur hinbekommen, indem sie mit den Anleihen spekulieren (ähnlich wie bei Aktien): Kaufen, wenn der Kurs niedrig ist...

    Natürlich gehen sie dabei Risiken ein, aber sie haben die Unterstützung der Politik bzw. der Notenbanken, die sich ja zum Erhalt der Eurozone um jeden Preis bekannt haben. Insofern hält sich das Risiko in Grenzen.

  • Man wundert sich immer wieder, daß trotz der Warnungen der Anleihenverkäufer(!!!), sich immer wieder Investoren für diese Anlageart finden.

    Das ganze Vertrauen der Menschheit ruht auf beliebig reproduzierbaren Zellstoff-Zetteln ohne Deckung.

    Ich fass es nicht!

  • "hat im Verlauf der jüngsten zwölf Monate rund 10,2 Prozent hinzugewonnen - er schlug sich damit besser als 94 Prozent vergleichbarer Fonds"

    aber die Überschussbeteiligung der LVs werden gesenkt. Wohl weil das alle anderen auch machen. Und die Gewinne der Allianz AG steigen auch. Gut für die Aktionäre.

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