Bill Gross: Bondkönig unter Wasser

Bill Gross
Bondkönig unter Wasser

Der Einbruch an den Anleihemärkten fordert ein prominentes Opfer: Bill Gross. Der berühmte Investor, genannt „Bondkönig“, hat die Rechnung ohne die Fed gemacht. Er verliert Milliarden. Droht ihm jetzt der Untergang?
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Vor seinem Leben als Anleihemanager war Bill Gross ein Seemann. Allerdings kein besonders Guter. Einmal brachte er sein Schiff in der südchinesischen See an den Rand des Kenterns. Als er schließlich den Dienst bei der US Navy quittierte, war das ein Segen für die Seeschifffahrt. Das sagt er selbst. Die alten Geschichten sind lange her. Doch in diesen Tagen holt ihn die Vergangenheit ein. Gross ist in Seenot geraten.

Bill Gross darf von sich behaupten, dass er zu den erfolgreichsten Investoren der Welt zählt. Seine Verdienste haben Gross den Spitznamen „Bond King“ eingebracht, zu deutsch: „König der Anleihen“. Er hat Pacific Investment Management Co., kurz Pimco, gegründet. Die Gesellschaft ist der mächtigste Anleiheinvestor der Welt, sozusagen der Supertanker auf dem Kapitalmarkt. In den vergangenen Wochen brach jedoch ein Sturm los, der Gross und Pimco mit voller Breitseite erwischte. Weltweit stürzten die Kurse von Anleihen ab. Der Pimco Total Return Fund, der weltgrößte Anleihefonds, verlor im Juni Kundengelder in Höhe von 9,9 Milliarden Dollar. Damit verfügt der Fonds noch über 268 Milliarden Dollar.

„Was vermeintlich alte Hasen wie meine Wenigkeit nicht ahnten, war, dass alle Anleihen – und ja, auch Aktien – Gefahr liefen, durch einen perfekten Sturm zum Kentern gebracht zu werden“, schreibt Gross in seiner Kolumne.

Gross hat den Sturm nicht kommen sehen, genauer gesagt: Er hat ihn von anderer Seite erwartet. Damit war er zwar nicht allein. Weltweit waren Investoren in den vergangenen Wochen über Bord gegangen. Aber Gross erwischte es besonders schlimm. Nach Daten von Bloomberg liegt er in diesem Jahr hinter 87 Prozent seiner Wettbewerber zurück.

Auslöser für den Absturz war Ben Bernanke. Der Chef der US-Notenbank hatte Ende Mai angedeutet, dass die Federal Reserve ihr Anleihekaufprogramm – monatlich 85 Milliarden Dollar – noch in diesem Jahr zurückfahren könnte. Zumindest war es das, was die Investoren in seine Worte hineininterpretierten. Sofort setzen Spekulationen ein, dass auch Zinserhöhungen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen seien, sollte sich die US-Wirtschaft weiter erholen.

In Erwartung, dass die Zinsen tatsächlich steigen könnten, wollte keiner auf niedrig verzinsten Papieren sitzen bleiben. In vorauseilender Panik trennten sich die Anleger von Anleihen, rund um den Globus. Besonders stark waren die Verluste mit Papieren aus Schwellenländern, aber auch US-Staatsanleihen fielen deutlich.

„Während dieser Schritt der US-Notenbank im Nachhinein besser zu verstehen oder sogar lobenswert sein dürfte, versetzte er die Märkte ohne Zweifel in Panik“, schreibt der Investor. Dabei hatte Gross durchaus geahnt, dass sich auf dem Anleihemarkt etwas zusammenbraute. Bereits Anfang des Jahres warnte er vor einem Crash am Anleihemarkt, oder - wie er es damals ausdrückte - einer „Supernova-Kreditexplosion“. Als Risiko betrachtete der Manager die Geldpolitik, insbesondere in Amerika.

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Wette auf Inflation geht schief

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  • Es ist auch Blödsinn. Die Umlaufrendite ist in der letzten Woche dynamisch noch oben ausgebrochen und hat damit bei den Langläufern die Zinswende eingeläutet. Die Renditen werden steigen und die Notenbanker sind mittlerweile machtlos. Draghi kann erzählen, was er will. Der Anleihemarkt wird dem Zinsmanipulator in die Knie zwingen. Was will der arme Fritze denn machen. Negative Zinsen auf Spareinlagen? Dann gibt es einen Bank-Run. Will er auch noch alle Langläufer in die EZB Bilanz aufnehmen? Dazu ist der Anleihemarkt einfach zu gross. Wie man es dreht und wendet. Die EZB und auch die FED kommen aus diesem selbstverschuldeten verfahrenen Situation nicht mehr raus. Das wird für uns alle sehr bitter enden. Man sollte einen Teil seines Geldes in Form von Edelmetallen in Sicherheit bringen, solange es noch geht.

  • Erst lese ich mir den ganzen Müll durch.
    Sehr anstrengend.
    Dann bastelt sich der kleine Handwerker seine Meinung.
    Dann tue ich immer das, was ich persönlich für richtig halte.
    Klappt meistens, ab und zu gibt's was auf die Nase.
    Da bleib'n wir dabei ;-)

  • ... und in Short Bund ETFs darf er wohl nicht anlegen.

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