Bondmarkt
Diese Anleger stehen auf griechische Staatsanleihen

Die Euro-Gruppe feilscht um eine Rettung Griechenlands, aber ein Zahlungsausfall scheint mittlerweile gut möglich. Trotz drohender Pleite gibt es aber Käufer griechischer Staatspapiere. Über Waghalsige und Optimisten.
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FrankfurtDie Euro-Gruppe brütet am Montag über Griechenland und den Finanzproblemen des Landes – die meisten Experten rechnen heute allerdings nicht mit einer Einigung. Aber: „In den nächsten 14 Tagen erwarte ich eine klare Position, wie es in Griechenland weiter geht“, sagt Stefan Winter, Vorstandschef des Verbandes der Auslandsbanken in Deutschland. Und das ist auch nötig. Kein Mensch weiß, wie es genau um die Finanzierung Griechenlands steht. Einmal sieht die Finanzlage in Ordnung aus, versucht die griechische Regierung verstehen zu geben. Beim nächsten Mal sieht es dann wieder eng aus.

Die Angst der Banker und Investoren betrifft dabei weniger Griechenland selbst. Sie sind verunsichert darüber, wie die Anleihemärkte der anderen Sorgenländer wie Spanien oder Italien aber auch Irland und Portugal reagieren werden. Und ob die Krise auf diese Staaten übergreift. Doch nicht in den Peripheriestaaten geht die Angst um. Auch die Investoren müssen sich warm anziehen. Es gibt fünf Kategorien von Investoren, die sich bei griechischen Anleihen engagiert haben. Doch wer hat die besten Karten? Die Waghalsigen, die Zögerlichen oder am Ende etwa die Verweigerer?

Hartwig Kos gehört in seiner Spezies eher zu den Ausnahmen. Die allerwenigsten Fondsmanager aus Vermögensverwaltungen haben seit dem Schuldenschnitt des krisengeschüttelten Landes 2012 überhaupt noch deren Staatsbonds im Portfolio. Fondslenker Kos vom britischen Anbieter Barings aber schon. Er hat 2014 zweimal einen kleinen Anteil für seinen Schwellenländerfonds gekauft. Dort vergleicht er Griechenland mit Ländern wie Brasilien oder Russland und findet, „dass die Bonds attraktiv aussehen“.

Doch kurz vor Ostern zog auch er die Reißleine. Kos sieht das Risiko, dass „Griechenland im Schlafwandel ungewollt in einen Grexit gerät“, sagt er. Die Politiker hätten bei den Verhandlungen mit den Geldgebern überzogen, müssten aber dringend eine Übergangslösung finden, bevor im Juli die nächsten Milliarden schweren Anleihen fällig würden. Und doch lauert Kos schon auf seinen Wiedereinstieg: Sobald man erkenne, dass „glaubhaft Reformen eingeführt werden“, werde er wieder anfangen zu kaufen, sagt der Manager.

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