Bonds
Anleiheanleger werden verwöhnt

Sonst begnügen sich Anleiheninvestoren mit Renditen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Im Jahr 2009 aber brachten Bonds von Unternehmen und Schwellenländern Rekorderträge.
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FRANKFURT. Anleiheinvestoren sind meist genügsame Menschen, die für die großen Kurssprünge an den Aktienmärkten nur ein müdes Lächeln übrig haben. Der Grund: Bei Aktien gehen Investoren volles Risiko und können deshalb mit großen Gewinnen, aber eben auch Verlusten rechnen. Bei Anleihen dagegen kommt es letztlich nur darauf an, dass der Schuldner nicht pleitegeht und die Gläubiger ihren Kapitaleinsatz plus regelmäßige Zinsen bekommen.

Angesichts dieses überschaubaren Risikos geben sich Rentenanleger auf Jahressicht meist mit niedrigen einstelligen Erträgen aus Zinseinnahmen und Kursgewinnen zufrieden. Lediglich bei sogenannten Junk-Bonds von Unternehmen mit schwacher Bonität sind auch mal Erträge um die 20 Prozent drin.

Im Jahr 2009 war das alles anders. Die Party erreichte - außer bei mit Blick auf das Ausfallrisiko extrem sicheren Staatsanleihen der Industrienationen - nie da gewesene Ausmaße. "An das Jahr 2009 wird man sich erinnern als das Jahr mit unglaublichen Erträgen", sagt Robert McAdie, leitender Kreditstratege bei der britischen Bank Barclays Capital.

Schon vor der Aktienrally gefragt

So ließen sich mit Anleihen bonitätsstarker Unternehmen und mit Bonds der Schwellenländer rekordhohe Erträge von im Schnitt 15 bis 30 Prozent einfahren. Mit europäischen Junk-Bonds erwirtschafteten Investoren sogar 70 Prozent. Gefragt waren all diese Zinspapiere schon, bevor die riskanteren Aktienmärkte im März durchstarteten. Das lag auch daran, dass sie nach dem Schreckensjahr 2008 als günstig galten. Denn nach der Lehman-Pleite wurden die Ausfallrisiken von Schuldnern neu bewertet. Dramatische Kursverluste von über 30 Prozent hatte es 2008 aber nur bei Junk-Bonds begeben.

Deutsche Bundesanleihen - die Gewinner des Krisenjahres 2008 - lagen dagegen 2009 nur leicht im Plus; US-Staatsanleihen sogar leicht im Minus. Angesichts des Runs auf riskantere Anleihen und Aktien hätten die Staatsbonds indes noch schlechter abschneiden müssen.

Die massive Liquidität, die Notenbanken in die Märkte pumpten, flossen jedoch auch in Staatsanleihen. Zudem haben Investoren inzwischen gelernt, dass die schönsten Werte im Portfolio nichts nutzen, wenn man sie nicht auch wieder verkaufen kann. Und die am schnellsten und besten handelbaren Wertpapiere sind deutsche und amerikanische Staatsanleihen.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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  • Guten Tag,.......Als die heutigen aalglatten Jungbanker noch in die Hose machten hatten wir Papiere von Union bK of Finland, Escom, Mitsubishi Haevy ind. und immobilien. Damals war hoehere inflation. Das ist aber Jacke wie Hose,... in Zehn Jahren hatten wir mehr als das Doppelte.... im Sack; nicht auf dem Papier. Alles Gelaber ueber boersengenies ist zum Wuergen. ich koennte mich totlachen wenn ich hoere dass ein Fond X. % gemacht hat. in einer Handelswoche ( Einstieg ) kann das Zeug ueber Erfolg oder Untergang entscheiden. Wir alle verdienen unser Geld weil andere ( noch duemmere ) unser Gefasel fuer klug halten. besten Dank

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