Bonds
Bund begibt erste inflationsbasierte Anleihe

Die Bundesrepublik Deutschland wird erstmals eine Anleihe begeben, die an die Preissteigerung gekoppelt ist. Damit weicht die bislang konservativ geprägte Strategie immer stärker einem flexiblen Vorgehen beim Schuldenmachen.

HB NEW YORK. Finanzminister Peer Steinbrück kündigte am Montag in New York die Auflage eines inflationsindexierten Bonds für die nächsten zwei Wochen an. Voraussetzung sei, dass dies die Marktverhältnisse zuließen. Bereits im vergangenen Jahr war eine erste in Dollar notierte Anleihe am Markt platziert worden. „Wir wollen damit auch deutlich machen, dass wir uns stark fühlen.“ Die Anleihe sei ein Novum. Deutschland ist das letzte Land der sieben führenden Industriestaaten (G 7), dass eine solche Anleihe begibt.

Inflationsindexierte Anleihen sind Bonds, bei denen sowohl die Zinszahlungen sowie der Betrag beim Einlösen an einen Preisindex gebunden sind. Je höher also die Inflation ausfällt, desto höher fallen die Zinszahlungen aus und damit auch der endgültige Rückzahlungsbetrag. Dadurch ist der Käufer vor inflationären Überraschungen geschützt. Für den Staat wirkt es sich positiv aus, wenn die Inflation dauerhaft niedrig ist.

Die für das Schuldenmanagement des Bundes zuständige Finanzagentur hatte bereits Ende vergangenen Jahres neue Finanzmarktinstrumente angekündigt. In der Emissionsplanung für dieses Jahr hieß es: „Der Bund behält sich vor, im Jahr 2006 bei entsprechendem Marktumfeld inflationsindexierte Anleihen und Anleihen in Fremdwährung zu begeben.“ Eine erste, auf Dollar lautende Anleihe (fünf Milliarden) hatte der Bund im Mai 2005 begeben.

Angesichts der prekären Haushaltslage muss sich der Bund in diesem Jahr an den Finanzmärkten voraussichtlich so viel Geld wie noch nie leihen. Die Finanzagentur bezifferte im Dezember das Anleihevolumen für 2006 auf rund 230 Milliarden Euro. Davon waren zu diesem Zeitpunkt etwa 195,2 Milliarden Euro für Tilgungen des Bundes und seiner Sonderzahlungen gedacht und knapp 39 Milliarden Euro für Zinszahlungen.

Die im Emissionskalender genannten Beträge können sich aber je nach Finanz- und Marktlage ändern. So fällt die für 2006 im Etatentwurf geplante Neuverschulung des Bundes inzwischen mit 38,3 Milliarden Euro geringer aus als die Anfangs von der großen Koalition geplante Nettokreditaufnahme von 41 Milliarden Euro.

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