Bonds des Autokonzerns brechen ein – Experten fürchten Wende für den gesamten Markt
Ford hält Anleihe-Investoren in Atem

Anleger von Unternehmensanleihen kommen nicht zur Ruhe. Gestern brachen vor allem die Kurse der Anleihen des US-Autokonzerns Ford dramatisch ein. Im Gegenzug stiegen die Renditen um zum Teil anderthalb Prozentpunkte.

FRANKFURT/M. Dabei gelten üblicherweise schon Renditeanstiege um einen halben Prozentpunkt an einem Tag als starke Bewegung. Ein vierjähriger Euro-Bond von Ford rentierte gestern mit rund 7,80 Prozent, ein in einem Jahr fälliger Ford-Bond brachte 5,50 Prozent Rendite.

Auslöser für die stark steigenden Renditen war die Ankündigung des Konzerns, dass die Gewinne in den nächsten beiden Jahren geringer ausfallen werden als erwartet. Dabei hatte Ford seine Gewinnprognose noch vor wenigen Wochen am unteren Ende der Spanne bestätigt. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) verpasste nach der Gewinnwarnung am späten Freitag dem „BBB“-Rating von Ford einen negativen Ausblick. Damit rückt eine Herabstufung in den Bereich Non-Investment-Grade – also die Klasse der fragwürdigen Schuldner – für Ford wie schon für den Konkurrenten General Motors (GM) in greifbare Nähe. „Viele Investoren werteten Ford bislang besser als GM“, erklärt Bernhard Jeggle, Analyst für Autobonds bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Jetzt würden die Anleger erkennen, dass beide Konzerne fundamental ähnliche Probleme hätten.

Deshalb stiegen gestern auch die Renditen von GM-Bonds erneut deutlich. Außerdem geriet der gesamte Markt für Unternehmensanleihen unter Druck, auch wenn die Renditen auf breiter Front im Vergleich zu Ford nur leicht anzogen. Dennoch machen Experten jetzt vermehrt Zeichen für eine Trendwende am Markt für Unternehmensbonds aus. „Ford wirkt wie ein erneuter Weckruf dafür, dass am Markt für Unternehmensanleihen nicht alles so gut läuft wie viele Investoren erwartet haben“, sagt Arndt Muthreich, Leiter des Credit-Researchs bei Dresdner Kleinwort Wasserstein (DRKW). Auch die Analysten der Hypo-Vereinsbank (HVB) erwarten, dass die Renditen von Unternehmensanleihen jetzt noch weiter steigen werden.

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