Anleihen
Bonds von Sallie Mae verlieren

Die Anleihen von scheinbar sicheren Finanzierungsgesellschaften in den USA sind unter Druck geraten. Auslöser war die Übernahme von Sally Mae, des größten Anbieters für Studentenkredite in Amerika, im vergangenen Monat. Dessen Papiere ziehen nun die anderer Finanzierungsgesellschaften mit nach unten.

Bloomberg / cü NEW YORK. Die Großbanken JP Morgan und Bank of America hatten zusammen mit den Private-Equity-Fonds JC Flowers & Co. und Friedman Fleischer & Lowe die Übernahme von Sally Mae für 25 Mrd. Dollar angekündigt.

Bei solchen kreditfinanzierten Übernahmen (LBOs) stemmen die Investoren den Kauf durch eine Überschuldung der übernommenen Firmen. Das drückt deren Ratings in den Keller und lässt ihre Refinanzierungskosten steigen. Bislang waren Investoren davon ausgegangen, dass Unternehmen, deren Gewinne von guten Bonitätsnoten im Bereich Investmentgrade abhängig sind, sich nicht erlauben können, Schulden anzuhäufen. Der Grund: Die Margen der Firmen liegen zwischen der Differenz ihrer Refinanzierungskosten und dem Satz, den sie für Kredite verlangen.

„Nach Sallie Mae ist der Markt zu dem Schluss gekommen, dass der Sektor nicht immun ist“, sagt Alexander Dill, Analyst bei der Ratingagentur Moody's. „ Die Investoren sind definitiv sensibler gegenüber dem LBO-Risiko geworden“, meint Dill. Auch Greg Habeeb, Senior Vice President bei Calvert Asset Management betont, dass „der Risikofaktor LBO bislang drastisch unterschätzt“ worden sei.

Seit Bekanntgabe der Sallie-Mae-Übernahme am 16. April haben die Anleihen von Finanzierungsgesellschaften, darunter CIT Group und American Express bis zu fünf Mrd. Dollar an Wert verloren. Investoren verlangen derzeit für die Papiere der Finanzierungsgesellschaften im Schnitt einen Renditeaufschlag von 0,86 Prozentpunkten gegenüber US-Staatsanleihen. Das sind gemessen am US Finance Index von Merrill Lynch 0,14 Prozentpunkte mehr als vor dem Sallie-Mae-Buyout; außerdem ist die Risikoprämie damit so hoch wie seit 2003 nicht mehr.

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