Bonität der USA
Fitch malt den Teufel an die Wand

Verlieren die USA ihre Rating-Bestnote? Die Ratingagentur Fitch stellt die zukünftige Kreditwürdigkeit der USA in Frage. Ihr ist der Dauerstreit zwischen Republikanern und Demokraten ein Dorn im Auge.
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New York/WashingtonDie Ratingagentur Fitch hat wie angedroht den Ausblick für die Bewertung der Kreditwürdigkeit der USA auf negativ von zuvor stabil gesenkt. Weil der Schritt nicht überraschend kam, hielten sich die Auswirkungen an den Finanzmärkten in Grenzen.

Fitch begründete den gesenkten Ausblick am Montag mit dem anhaltenden Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern. Zugleich forderte Fitch bis 2013 die Vorlage eines „glaubhaften Plans“ zur Eindämmung des Rekord-Schuldenbergs, der die 15-Billionen-Dollar-Schallmauer durchbrochen hat.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung der Bestnote „AAA“. Es gebe eine Chance von etwas mehr als 50 Prozent, dass die Bewertung in den kommenden zwei Jahren herabgestuft werde.

Noch bleibe die Bewertung auf Höchstniveau, weil die US-Wirtschaft auf starken Fundamenten gründe. Auch die Bonitätskennzahlen nenne Fitch dem „Wall Street Journal“ zufolge als Grund gegen eine sofortige Abwertung. Der US-Dollar und die Staatsanleihen blieben Referenzwerte in aller Welt, so die Ratingagentur. Dies verschaffe den USA den Vorteil minimaler finanzieller Risiken.

Der negative Ausblick reflektiert nach Angaben von Fitch die Unfähigkeit der Politik, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die öffentlichen Finanzen wieder auf einen tragfähigen Weg zu bringen. Die Ratingagentur verweist auf die gescheiterten Verhandlungen im US-Kongress über ein Konzept zum Schuldenabbau.

Den längerfristigen Ausblick sieht Fitch skeptisch. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte der US-Schuldenstand von derzeit rund 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis auf 110 Prozent steigen. Ein solcher Wert wäre nicht mehr vereinbar mit der Bestnote. Ein solch hoher Schuldenstand würde eine Reaktion der US-Regierung auf künftige Krisen erschweren.

Fitch begründete die Entscheidung mit dem unsicheren Wachstumspotenzial der US-Wirtschaft. Solange die wirtschaftlichen Kapazitäten nicht ausgelastet würden und die Arbeitslosigkeit hoch bleibe, steige das Risiko, dass Produktionsverluste und Steuerausfälle höher als bisher erwartet ausfallen könnten.

Das Finanzministerium in Washington erklärte, die Entscheidung von Fitch mache die Notwendigkeit für den Kongress deutlich, das langfristige Defizit in ausgewogener Weise zu senken.

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Auch andere Ratingagenturen sehen US-Zukunft negativ

Kommentare zu " Bonität der USA: Fitch malt den Teufel an die Wand"

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  • Man braucht nur mal die Funktion Debt Clock time machine nutzen bei http://www.usdebtclock.org/ und man sieht, dass bei derzeitigen Wachstumsraten der Schuldenstand 2015 bei 134 % des GDP sein wird. Alle, die hier einen Lobgesang auf die amerikanische Wirtschaft im Gegensatz zu Europa machen, vergessen, dass in USA auch die privaten Haushalte verschuldet sind. Dies ist in Europa nicht der Fall

  • Rating-Bestnote für die USA: Eine Lachnummer die die Welt noch nicht gesehen hat!!!!

  • Fitch hat doch vollkommen recht. Ich verstehe nicht, warum sich Leute hier aufregen - schaut Euch doch nur mal die Schuldenentwicklung und das Affentheater von Demokraten und Republikanern an.

    Ich sehe in den Ratingagenturen die einzigen Schiedsrichter, die hier vielleicht die Holzköpfe in Washington noch zur Vernunft bringen können.

    Ohne sie hätten die USA wahrscheinlich 30 statt 15 Bill USD Schulden...

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