Bonität Ratingagentur stuft Frankreich herab

Noch halten die großen Rating-Agenturen bei Frankreich still, doch ein kleiner Wettbewerber hat jetzt ernst gemacht und die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft. Das Problem sind die französischen Banken.
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Die Rating-Agentur Egan-Jones hat Frankreichs Kreditwürdigkeit herabgestuft. Quelle: Reuters

Die Rating-Agentur Egan-Jones hat Frankreichs Kreditwürdigkeit herabgestuft.

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DüsseldorfWährend sich die großen Rating-Agenturen noch mit Drohungen zufrieden geben, hat der kleinere Wettbewerber Egan-Jones jetzt ernst gemacht: Die Agentur hat Frankreich von der Note 'AA-' auf 'A' herabgestuft. Als Grund nannte Egan-Jones die Gefahr, dass die französische Regierung die landeseigenen Banken retten müsste. "Es wird immer offensichtlicher, dass Frankreich bald seine Banken stützen muss", sagte der Chef der Agentur, Sean Egan, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auch auf die Staaten in Kerneuropa wächst der Druck, seit immer mehr Euro-Staaten ihre Schulden nicht mehr stemmen können. Währenddessen fliehen Investoren aus europäischen Anleihen und Aktien und verstärken die Probleme der angeschlagenen Staaten. Die Differenz zwischen den Renditen für zehnjährige französische und deutsche Anleihen ist mittlerweile auf 111 Basispunkte geklettert. Im April vertrauten Anleger Frankreich noch annähernd so sehr wie Deutschland, als der Risikoaufschlag noch bei 28 Basispunkten lag.

"Bisher ist die EU die fundamentalen Probleme der Peripheriestaaten noch nicht angegangen", sagt Egan. Daher würden die Zinsen für französische Anleihen auch weiter steigen, solange die Krise in Europa tobt. Außerdem spiele auch Frankreichs wachsende Schuldenlast eine Rolle, so Egan. Die sei im Juni über das jährliche Bruttoinlandsprodukt hinausgewachsen.

Die drei großen Rating-Agenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's bewerten Frankreich alle noch mit ihrer Bestnote. Allerdings hatte S&P vor kurzem versehentlich eine E-Mail versendet, in der eine Herabstufung Frankreichs angekündigt wurde. Die Kurse für französische Staatspapiere waren empfindlich gefallen. Seitdem steht Frankreich besonders im Fokus.

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7 Kommentare zu "Bonität: Ratingagentur Egan-Jones stuft Frankreich herab"

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  • Egan-Jones kann man nicht ersthaft als Rating-Quelle angeben - sie versuchen sich durch aufsehenerregende Herabstufungen einen Namen zu machen und zwar mit z.T. hanebüchenen Zahleninterpretationen wie zuletzt z.B. bei Jefferies.

  • Weil auf nationaler Ebene gilt: Deutschland zahlt. Und wenn Deutschland mal nicht zahlen will, erinnert man noch mal plump an die Verbrechen unserer Urahnen, und schon finden sich in Deutschland genügend Politiker und Journalisten, die unbedingt zahlen wollen. Natürlich nicht persönlich, aber dafür gibts ja den Steuerzahler.

    Es ist dieser ewige Mechanismus (mehr noch als die Konstruktionsfehler des Euro), der einen Austritt Deutschlands zum kleineren Übel macht.

  • warum soll auf nationaler ebene nicht gelten was im wirtschafts- und privatleben gilt:

    wer mehr ausgiebt als einnimmt und wer dauerhaft über seine verhältnisse lebt,dem ist nicht zu helfen.

    bürgschaften und weitere geschenke lösen nicht probleme der prasser.

  • "Bisher ist die EU die fundamentalen Probleme der Peripheriestaaten noch nicht angegangen", sagt Egan.

    Richtig müsste es heißen: Bisher sind die Peripheriestaaten die fundamentalen Probleme der Peripheriestaaten noch nicht angegangen.

    Aber das Prinzip der Eigenverantwortung ist ja bekanntlich mit der "europäischen Idee" unvereinbar. Eigenverantwortung kann ja auch schrecklich lästig sein.

  • Warum sollte man als Kreditgeber auch ein Land wie Deutschland das mittlerweile für halb Europa den "Bürgen" spielen muss noch als solvent ansehen?

  • Schrittchen für Schrittchen kommt die Rating-Degradierung auf Deutschland zu. Ein Narr, wer das noch in Zweifel zieht.

  • 'Die Differenz zwischen den Renditen für französische und deutsche Anleihen ist mittlerweile auf 111 Basispunkte geklettert.'
    Richtig müsste es heissen: ... von einem Maximum von fast 200 Basispunkten (Differenz zu den Bunds) auf 111 Basispunkte gefallen.
    Ein Versehen?

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