Bonität runter, Zinsen rauf
Ratingagenturen schnüren Portugal die Luft ab

Portugal kommt aus der Abwärtsspirale nicht heraus. Eine Ratingagentur droht mit einer schlechteren Benotung. Der weltgrößte Anleiheinvestor sieht das Land als "ziemlich großes Risiko".
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Portugal muss angesichts des zunehmenden Drucks der Ratingagenturen am Finanzmarkt immer höhere Zinsen zahlen. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen stieg am Montag zeitweise auf Rekordwerte von mehr als acht Prozent. Für Anleihen mit Laufzeiten von fünf Jahren verlangten Investoren sogar bis zu 8,7 Prozent, bei zwei Jahren waren es immer noch 7,3 Prozent.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) wird Portugals Kreditbonität vielleicht noch diese Woche das Gütesiegel des Investment-Grades wegnehmen. Das kündigte S&P gestern in einem Bericht an, in dem die Agentur gleichzeitig Herabstufungen für die fünf größten Kreditinstitute Portugals bekannt gab.

S&P benotet die kurz- und langfristigen Kredite der Finanzinstitute Banco Santander Totta, Caixa Geral de Depósitos, Banco Espirito Santo, BPI und Millennium BCP jetzt nur noch mit BBB. S&P würde die Banken in der Regel nicht besser bewerten als den Staat, so begründete die Agentur den Downgrade.

Außerdem sei bei Portugals Geldhäusern eine „Verschlechterung der Finanzprofile“ zu erwarten, sagte S&P-Analystin Elena Iparraguirre: Die Rezession werde die Profite schmälern und die faulen Kredite vermehren. Eine mittel- und kurzfristige Finanzierung auf dem Kapitalmarkt werde für die Banken unmöglich bleiben.

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„Wir sehen das Land weiterhin als ziemlich großes Risiko“

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  • Unsere gelobte ISO-Qualitätspresse lässt wissen:

    EURO oder KRIEG !

    KRIIIIIIIEEEG !!!!111elf

    Immer dran denken. In der Warteschlange fürs EM-Tafelgeschäft.

    Und lächeln ! :)

  • Auch ein Währungs-GAU passiert halt nicht von heut auf morgen. Bin gespannt was teurer wird ...

  • Wenn ein Land von Ratingagenturen abhängig ist, dann ist etwas „Faul“ in diesen Staat. Die Zinshöhe bestimmt im Staat die „Zentralbank“ und wenn der Staat „unseriös Wirtschaftet“ werden auch die Zinsen erhöht. Damit auch dieser „Schuldner“ diszipliniert wird.

    Kleines Beispiel:
    14.9.1992 Die Deutsche Bundesbank lockert erstmals seit vier Jahren ihre Geldpolitik. Sie setzt den Diskontsatz von 8,75% auf 8,25% und den Lombardsatz von 9,75% auf 9,5% herunter.

    Portugal hat aber keine „Zentralbank“ die für diesen Wirtschaftsraum handelt!

    Das heißt Portugal hat ein Problem mit seiner Währung- und Zinspolitik!

    Die Lösung heißt nicht nur „Sparen“ (Wirkliches Sparen), sondern die eigene Währung moderat abwerten zum „Euro“ und die Wachstumskräfte im Inland wecken.

    Durch Erhöhung von Kindergeld, Abbau der Bürokratie (die Vorschriften aus Brüssel nicht mehr befolgen), Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen verbessern, Fördermittel für „Neue“ Branchen zur Verfügung zu stellen.

    Langfristig in Bildung, Familie und Forschung zu Investieren.

    Wir dürfen nicht vergessen Portugal ist ein Land der „zweiten Welt“.

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