Bonitätsnote auf Grund steigender Rohstoffeinnahmen angehoben
Fitch stuft russische Anleihen hoch

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsbewertung von russischen Fremdwährungs- und Rubelanleihen um eine Stufe angehoben.

LONDON. Ausschlaggebend dafür war, dass sich die Regierung letzten Monat mit dem Pariser Club der Kredit gebenden Nationen auf eine Tilgung der Kredite geeinigt hat, erklärten die Analysten. Die Bonitätsnote wurde auf „BBB+“ heraufgesetzt, das ist die drittniedrigste Stufe der Kategorie „Investmentgrade“.

Damit hat Russland die gleiche Note wie Ungarn und Polen. Auf Grund der hohen Rohstoffpreise sei der Ausblick stabil, führte Fitch aus. „Die anhaltend hohen Preise für Rohstoffe stärken die makroökonomische und finanzielle Stellung Russlands in beachtlichem Tempo. Dadurch reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, dass es in Zukunft Probleme beim Schuldendienst gibt“, erläutert Edward Parker, Leiter der Sparte für die Bonitätsbewertung von Staatsanleihen europäischer Schwellenländer bei Fitch.

Russland, der weltgrößte Ölexporteur nach Saudi-Arabien, profitiert vom Rohstoffboom, der dazu geführt hat, dass die Fremdwährungsreserven des Landes in diesem Jahr um knapp 50 Prozent auf 255,7 Mrd. Dollar (203,1 Mrd. Euro) angeschwollen sind. Die Zuflüsse ermöglichten es dem Land, am 30. Juni eine Vereinbarung zu unterzeichnen, wonach die gesamten Kredite des Pariser Clubs in Höhe von 22 Mrd. Dollar vorzeitig getilgt werden. „Die Regierung konzentriert sich darauf, die Schulden zu tilgen, und eigentlich würde Russland – inzwischen ein Netto-Kreditgeber – eine deutlich höhere Einschätzung als BBB oder BBB+ verdienen“, sagte Richard Segal, Leiter Analyse bei Argonaftis Capital Management in London. Den Ratingagenturen falle es nach wie vor schwer, Russland zu bewerten, weil die Corporate Governance ein Problem sei, sagt Segal.

Standard & Poor’s hob die Kreditwürdigkeit Russlands zuletzt am 15. Dezember um eine Stufe auf „BBB“ an, die zweitniedrigste Investmentstufe. „Nachdem der Verschuldungsgrad so stark abgebaut wurde und, was noch wichtiger ist, nachdem die Regierung dazu bereit und in der Lage ist, damit weiterzumachen, gehen wir davon aus, dass Moody’s und S&P mit Ratingerhöhungen folgen werden“, meint Paul Timmons, Analyst bei der Commerzbank.

Quelle: Bloomberg

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