Bonitätsnote Russland droht Ramsch-Rating

Der politische Konflikt mit dem Westen und der Verfall des Ölpreises macht die Anleger in Russland nervös. Die angespannte Lage belastet auch die Kreditwürdigkeit des Landes. Es droht eine Herabstufung auf Ramsch-Niveau.
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Derzeit liegt das Rating russischer Staatsanleihen von Standard & Poor's bei BBB -mit einem negativen Ausblick und damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramsch-Niveau. Quelle: Reuters

Derzeit liegt das Rating russischer Staatsanleihen von Standard & Poor's bei BBB -mit einem negativen Ausblick und damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramsch-Niveau.

(Foto: Reuters)

FrankfurtAnleger in Russland haben am Freitag vor einer möglichen Herabstufung der Bonitätsnote des Landes auf Ramschniveau gezittert. Im Vorfeld der Entscheidung der Rating-Agentur S&P fiel der Rubel zum Dollar erneut auf ein Rekordtief. Der Dollar verteuerte sich um bis zu 0,8 Prozent auf 42,01 Rubel. Wegen des Ukraine-Konfliktes und der westlichen Sanktionen gegen Russland hat die Landeswährung in diesem Jahr bereits 22 Prozent an Wert eingebüßt.

„Die anhaltend negative Stimmung an den ausländischen Märkten und das Risiko einer Herunterstufung der Bonitätsnote Russlands zwingt Investoren ihre Rubel schnellstmöglich loszuwerden“, kommentierten Analysten der Bank Zenit. Auch an den russischen Aktienmärkten kam es zu Kursverlusten. Der RTS-Index verlor 0,9 Prozent, der MICEX-Index gab 0,3 Prozent ab.

Am Freitag nach Börsenschluss wird das Urteil von S&P erwartet. Momentan liegt die Note bei BBB- mit einem negativen Ausblick und damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramsch-Niveau, mit dem sehr spekulative Investments gekennzeichnet werden. Damit wäre es für das Schwellenland grundsätzlich schwieriger, sich bei ausländischen Gläubigern Geld zu leihen.

Nach Einschätzung von Analysten würde die makroökonomische Situation des Landes einen solchen Schritt nicht rechtfertigen. Sie halten eine Herunterstufung deshalb für wenig wahrscheinlich. Die politisch angespannte Lage in der Ukraine kurz vor der Parlamentswahl und der Verfall des Ölpreises macht die Investoren allerdings nervös.

Im April hatte S&P bereits wegen der massiven Kapitalflucht aus Russland den Daumen gesenkt, die Agentur Moody's hatte ihr Rating im Oktober auf Baa2 nach zuvor Baa1 heruntergesetzt.

  • rtr
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