Bund-Future hält sich im Plus
Positive Konjunkturdaten belasten Anleihen leicht

Besser als erwartet ausgefallene US-Auftragseingänge haben gestern vor allem die amerikanischen Staatsanleihen belastet. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg nach den Daten um 0,03 Prozentpunkte auf 4,26 Prozent.

FRANKFURT/M. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die zeitweise gesunken war, lag am späten Nachmittag dagegen unverändert bei 3,22 Prozent. Anleiherenditen entwickeln sich gegenläufig zu den Kursen. Der Bund-Future – Terminkontrakt auf lang laufende Bundesanleihen – lag am späten Nachmittag bei 122,65 Prozent und damit noch 0,11 Prozentpunkte im Plus. Vor den Daten hatte er allerdings zeitweise bei 122,76 Prozent gelegen.

Die US-Auftragseingänge waren im Juni gegenüber dem bereits sehr starken Mai erneut um 1,4 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang um ein Prozent gerechnet. Im Mai waren die Auftragseingänge durch Großaufträge des US-Flugzeugherstellers Boeing um 5,5 Prozent gestiegen. Ohne Transportgüter stiegen die Auftragseingänge im Juni um 2,6 Prozent, nachdem sie im Vormonat leicht rückläufig gewesen waren.

„Die Daten erhöhen die Chance, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bis Jahresende auf über vier Prozent erhöhen wird“, schrieb Marius Gero Daheim von der WestLB in einem aktuellen Kommentar. Der Markt preise eine solche Erhöhung aber nur zu 14 Prozent ein. Derzeit liegt der Schlüsselzins in den USA bei 3,25 Prozent.

Auf eine bessere Konjunkturentwicklung in den USA wiesen außerdem die Zahlen zu den Verkäufen neuer Häuser hin. Die Zahl der US-Neubauverkäufe stieg im Juni imVergleich zum Vormonat unerwartet stark um vier Prozent. Ökonomen hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet. Mit Spannung wurde am Abend noch das so genannte Beige Book der US-Notenbank erwartet, bei dem Händler mit weiteren Hinweisen auf eine robuste US-Konjunktur rechneten.

Am Morgen hatte der mit 101 Punkten deutlicher als erwartet gestiegene Index des französischen Geschäftsklimas den Bondinvestoren die Laune nicht verdorben. „Nach dem guten deutschen Ifo-Index war eine besseres Geschäftsklima auch in Frankreich bereits eingepreist“, hieß es im Handel. Trotz der besseren Stimmung sei kein robustes Wachstum in der Euro-Zone zu erwarten. Außerdem hat sich die Stimmung der deutschen Verbraucher deutlich eingetrübt. Die von der Marktforschungsgruppe GfK berechnete Index für das Konsumklima im August sank auf 2,9 von revidiert 3,4 Punkten für Juli und fiel damit den vierten Monat in Folge.

Am Pfandbriefmarkt zurrte die Berlin-Hannoversche Hypothekenbank die Konditionen für ihren mit Krediten an die öffentliche Hand gedeckten Jumbo über eine Mrd. Euro fest. Der in fünf Jahren fällige Jumbo wurde am Morgen mit einem Risikoaufschlag von 0,156 Prozentpunkten über der entsprechenden Bundesobligation und damit in Höhe des fünfjährigen Mid-Swap-Satzes gepreist. Das entsprach dem unteren Ende der im Vorfeld kommunizierten Spanne.

Die Konsortialführer Dresdner Kleinwort Wasserstein und Hypo-Vereinsbank berichteten von Kaufaufträgen über 1,4 Mrd. Euro. 46 Prozent des zugeteilten Volumens und damit eine hohe Quote gingen an Fonds. Zentralbanken, die stets begehrte Gläubiger sind, machten sechs Prozent des Volumens aus. 70 Prozent der Emission gingen nach Deutschland, der Rest verteilte sich über Europa und sechs Prozent gingen nach Asien.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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