Bundesanleihe
Blitzcrash am Anleihemarkt

Der Kursverfall der zehnjährigen Bundesanleihe geht weiter. Die Rendite steigt am Donnerstag auf bis zu 0,37 Prozent. In nur zwei Wochen gab es einen gewaltigen Sprung. Anleger müssen sich auf unruhige Zeiten einstellen.
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FrankfurtGeheuer waren die niedrigen Renditen am Anleihemarkt den Anlegern schon seit einiger Zeit nicht mehr. Lange habe er sich geweigert, die Rally aus steigenden Kursen und sinkenden Renditen als Übertreibung zu bezeichnen, meint Nick Hayes, Fondsmanager bei Axa Investment Managers. Doch Mitte des Monats wurde es ihm zu bunt – er zog die Notbremse. Seither kauft er nur noch Anleihen mit kurzer Laufzeit, denn dort sind Kursschwankungen geringer als bei Langläufern.

Wie Recht der Axa-Mann mit seiner Einschätzung hatte, zeigt sich jetzt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Benchmark für die langfristige Kapitalmarktzinsen am Bondmarkt gilt, schnellt weiter nach oben. Nachdem sie am Mittwoch bereits um 0,13 Prozentpunkte (13 Basispunkte) auf 0,29 Prozent geklettert war, stieg sie am Donnerstagvormittag auf bis zu 0,37 Prozent. Das ist der höchste Stand seit dem 6. März, dem letzten Wochentagtag, bevor die Europäische Zentralbank (EZB) ihr gigantisches Anleihekaufprogramm startete.

Der EZB-Effekt ist damit zunächst komplett aufgezehrt. Die europäischen Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi haben am 9. März begonnen, Anleihen in großem Stil aufzukaufen. Bis mindestens September 2016 wollen sie jeden Monat Bonds über 60 Milliarden Euro kaufen. Etwa zehn Milliarden Euro davon dürften Schätzungen zufolge auf Bundesanleihen entfallen.

Die Experten der Commerzbank sprechen bereits – wenn auch etwas augenzwinkernd – von einem „Blitzcrash“. Denn in der Tat sind solch heftige Renditeschwankungen bei Anleihen ungewöhnlich. Immerhin lag die Rendite vor zwei Wochen noch auf einem historischen Tief von 0,05 Prozent. Der Kurs ist seither um 2,6 Prozent abgesackt. Wir dürften am Beginn einer Phase mit „größeren Kursschwankungen stehen“, meint Rainer Guntermann, Analyst bei der Commerzbank.

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  • Ich erinnere mich an einen Ausspruch eines "alten" Frankfurter Bankvorstand, der einmal sagte:

    "Man muss nur richtig Druck auf den Kessel geben. Pfeifen tut er allein. Und fliegt eine Niete weg, muss man sie ersetzen."

    Druck ist auf dem Kessel. Pfeifen tut er auch schon. Was ansteht ist, dass eine Niete wegfliegt. Und dann muss man sie ersetzen.

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