Bundesanleihen Die Deutschland-Wette

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Anleger spekulieren auf Gewinne

Gleichzeitig nutzen die Anleger die Kreditderivate auf Bundesanleihen nicht nur, um sich gegen deutschlandspezifische Risiken abzusichern, sondern vor allem auch, um sich damit günstig gegen eine Zuspitzung der Situation in den Krisenstaaten zu wappnen - oder um auf eine solche Zuspitzung zu spekulieren. "Angst um Deutschland spiegelt der CDS-Markt schon allein deshalb nicht wider, weil die Kosten für die Absicherung dazu viel zu gering sind", meint Felsenheimer von Assénagon. In der Tat sind die Prämien für die Ausfallversicherung auf Deutschland zwar auf 0,84 Prozent der zu versichernden Summe gestiegen und liegen damit deutlich höher als Mitte März. Aber: Für alle anderen Euro-Länder sind die CDS-Prämien viel höher - für Spanien und Italien liegen sie mehr als fünfmal mal so hoch.

"Eben weil die CDS auf Deutschland noch relativ günstig sind, nutzen Investoren sie, um ihr Engagement in der Euro-Zone abzusichern", erklärt Marco Ryll, Kreditstratege bei der Landesbank ?Baden-Württemberg. Das funktioniert, weil Anleger mit CDS Gewinne machen können, wenn deren Prämien steigen. Wer die Kontrakte schon früh gekauft hat, kann sie dann zum Beispiel teurer an andere Investoren verkaufen. "Das ergibt Sinn, weil die CDS-Prämien auf Deutschland anziehen dürften, wenn sich die Krise im Euro-Raum zuspitzt", so Ryll.

Das gilt auch für Anleger in den USA. Dort haben einige Hedge-Fonds ihre Wetten gegen die Euro-Zone aufgestockt und dabei die CDS der Kernstaaten - neben Deutschland auch die von Frankreich und den Niederlanden - als Hebel genutzt. Prominentester Fall ist der US-Hedge-Fonds-Star John Paulson, der zuletzt in einem Brief an Investoren mitteilte, dass er CDS kaufe. Berichten zufolge setzt er dabei auch auf eine sinkende Bonität Deutschlands.

Londoner Banker berichten, dass sich einige US-Investoren auf CDS der Kernländer der Währungsunion konzentrieren, weil es wegen der hohen Risikoprämien auf Dauer zu teuer wird, solche Positionen für unmittelbar von der Krise betroffene Staaten zu halten. Sollte sich die Krise tatsächlich zuspitzen, würden die deutschen Risikoprämien prozentual stärker steigen als die der Krisenstaaten - und damit höhere Gewinne versprechen, lautet das Kalkül.

Gewinnen aus den CDS-Wetten stünden Kursverluste von Bundesanleihen gegenüber. Wegen dieses Kursrisikos findet es Felsenheimer verständlich, dass Investoren ihre Positionen über CDS absichern. "Das hat aber nichts mit der Angst um einen Zahlungsausfall Deutschlands zu tun, sondern ist eine Spekulation darauf, mit CDS Gewinne zu machen", betont er.

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7 Kommentare zu "Bundesanleihen: Die Deutschland-Wette"

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  • @ What,
    wenn das wirklich so ist, warum unterzeichnen so viele gutgläubige Menschen auf Euro lautende Bundesanleihen mit nur 1,5% Verzinsung? Um vielleicht in 10 Jahren nur Spielgeld zu bekommen mit einer lächerlichen Verzinsung dazu!

  • Das ist doch schon alles geplant. Frau Lührmann - SPD-Abgeordnete im BT - hat den Lastenausgleich unter großem Beifall von Rot-Grün schon gefordert. Mal bei youtube suchen - da kann man das live erleben.
    Wer die Zeichen an der Wand immer noch nicht lesen kann, der ist blind oder doof. Letzteres stimmt meistens!

  • Die von ökonomischem Wissen unbelasteten *Juristen* nicht vergessen. Oder Historiker mit Doktortitel in Birnenform wenn sich an den noch jemand erinnert (auch "großer Europäer" genannt). Oder Physiker(innen). Oder solche mit gefälschten Doktortiteln (okay die werden gerade weniger). Wäre doch nur einer dabei mit einem gefälschen Doktor in Wirtschaftswissenschaften. Man würde ihm vergeben

  • Ich waere da auch vorsichtig mit Bundesanleihen. Wenn D jetzt die Reissleine ziehen wuerde kaemen sie mit Glueck vielleicht noch ohne Staatsbankrott aus der Sache raus, aber das wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Der Euro geht sausen und mit ihm alle Guthaben die auf Euro lauten. Ich wauerde mich nicht wundern wenn anschliessend der Lastenausgleich, Kapitalkontrollen und aehnliche Schweinereien kommen. Die verzweifelten "Euroretter" werden auf alles zuueck greifen was der dumme Michel so angespart hat. Holzauge sei wachsam.

  • Jedenfalls wird auch für die eher nicht so Schnellen immer deutlicher, dass das Euroabenteuer mit dem deutschen(!) Staatsbankrott enden wird.
    Da können die Euromantiker noch so viel trommeln und noch so viel Durchhalteparolen funken. Es ist übrigens schon zu spät - ohne Bankrott kommt Deutschland nicht mehr raus.
    Dafür quatschen die deutschen Politiker verträumt von den "Vereinigten Staaten von Europa" - aber wer will die denn? Keiner! Es reicht ja auch völlig aus, wenn der Michel gemolken wird. Schade, dass die Deutschen so doof sind. Aber so geschieht ihnen das recht. Immer schon weiter die Blockparteien wählen - und dann wird es schon nicht so schlimm kommen. Die Lehrer und Beamten im Bundestag, die Hilfsarbeiter und Studienabbrecher, die die deutschen Geschicke lenken, haben alles im Griff. *LOL*

  • Wenn die Anleihe auf Euro lautet, in Euro.

    Pacta sunt servanda.

  • Kein Kommentar aber eine Frage: sollte Deutschland die Währungsunion verlassen und die DM wieder einführen, in welcher Währung würden die in EURO lautende Bundesanleihen zurückgezahlt?
    In EURO oder in DM?

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