Bundesanleihen

Deutschland zahlt höhere Zinsen

Die Bundesrepublik besorgt sich Milliarden am Kapitalmarkt. Dafür muss der Finanzminister allerdings so hohe Zinsen wie zuletzt vor zwei Jahren bieten. Die Zeiten der absoluten Niedrigzinsen scheinen vorbei zu sein.
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Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten am Nachmittag einen Basispunkt höher bei mit 1,95 Prozent. Quelle: dpa

Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten am Nachmittag einen Basispunkt höher bei mit 1,95 Prozent.

(Foto: dpa)

Deutschland muss Investoren höhere Zinsen bieten. Bei der Ausgabe von zehnjährigen Anleihen im Volumen lag die Rendite bei 2,06 Prozent - das war der höchste Stand seit Oktober 2011. Insgesamt spülte der Anleihe-Verkauf zur Wochenmitte rund 4 Milliarden Euro in die Staatskasse. Bei der vorhergehenden Auktion am 14. August lag die Rendite noch bei 1,8 Prozent betragen.

In den vergangenen Wochen sind die Renditen für Bundesanleihen auf dem Sekundärmarkt stetig gestiegen. Im Juli lag die Rendite der zehnjährigen Papiere noch bei rund 1,5 Prozent. Aktuell liegt sie bei zwei Prozent.

Als Grund für die steigenden Zinsen gilt die Aussicht auf eine geldpolitische Wende in den USA. Die Liquiditätsschwemme der US-Notenbank Fed ist in den vergangenen Jahren rund um den Globus geschwappt und hat in vielen Ländern die Renditen gedrückt. Nun kehrt sich dieser Trend um, weil die Fed ihr ultrabilliges Geld einschränken will. Ein weiterer Faktor ist die Entspannung in der Euro-Schuldenkrise, wegen der weniger Anleger nach sicheren Häfen für ihr Geld suchen.

Italien brachte ebenfalls neue Anleihen auf den Markt. Bei der Versteigerung einer einjährigen Staatsanleihe kletterte der Zins am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Dezember 2012. Die Investoren bekommen im Schnitt 1,34 Prozent, teilte das Finanzministerium in Rom mit. Vor einem Monaten begnügten sie sich noch mit 1,053 Prozent. Die Auktion spülte 8,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, weitere drei Milliarden kamen bei der Versteigerung dreimonatiger Papiere zusammen.


Anleger verlangen angesichts der instabilen politischen Lage einen höheren Risikoaufschlag. Erstmals seit eineinhalb Jahren liegt der Zins für eine zehnjährige Staatsanleihe wieder über dem von Spanien. "Solange die Situation um Berlusconi ungeklärt und die Regierung gefährdet bleibt, wird sich daran nichts ändern", sagte KBC-Ökonom Mathias van der Jeugt. Der Verbleib von Silvio Berlusconis Partei PDL in der Regierung ist nach wie vor offen.
In den USA legten die Kurse der Treasuries leicht zu. Zehnjährige amerikanische Staatsanleihen rentierten zwei Basispunkte niedriger mit 2,94 Prozent. Bei den am Donnerstag anstehenden Arbeitsmarktdaten erwarten Volkswirte einen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosengeld, was für einen langsameren Rückzug der Federal Reserve Bank aus ihren Stützungsmaßnahmen spräche.

  • Bloomberg
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33 Kommentare zu "Bundesanleihen: Deutschland zahlt höhere Zinsen"

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  • @ Rechner

    Die Kleptokratie(griech.) ist weit verbreitet.

  • @Rechner: das HB ist immer noch eine Wirtschaftszeitung, die auf entsprechende Inhalt Wert legt. Es würde mich sehr enttäuschen, wenn der Null-Nutzen Ihrer Beiträge nicht bald enttarnt werden.

  • @Rechner: und weil mir Dein Allgemeingsabbere, verpackt in irgendwelche Statistiken, die niemanden nützen und mir dermaßen auf den Keks gehen, sage ich Ihnen, daß heute DAX und S&P short gegangen bin - in spätestens 6 Wochen haben wir wieder Kontakt!

  • @Rechner: Sie sind eine absolute Pfeife! Haben Sie Italo Staatsanleihen bei 95 empfohlen und bei 105 verkauft? Sie sind einfach eine NPD Null! So schauts!

  • @rechner: soviel Ahnung und Erfahrung haben Sie nicht, wie Sie hier vorgeben. Es sind nicht nur die Zinsen für Bunds, sondern auch für US Treasuries im Erdrutsch. Und was da vorweg genommen wird, da sag ich mal davon haben weder Sie noch ich eine Ahnung. Im Gegensatz zu Ihnen trage ich Verantwortung für mehrere institutionelle Vermögen. Schnell hingeschriebene Sätze mögen erheiternd sein, hilfreich sind sie nicht - und Ihre ganz und gar nicht.
    Mal einfach gefragt: wie würden Sie Ihre Asset-Allocation machen für die kommenden 3 Monate? Und jetzt Hosen runter, sonst sind Sie als Schwätzer und nicht als "Rechner" diskreditiert!

  • Frage,
    warum wurden die Ratings von feri und von dem chinesischen Ratingsbüro nicht mitgelistet?
    Sollen die Leser neutrale Ratings immer noch nicht erfahren?

  • 'Delinix' deriliert
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    Warten Sie erst einmal ab, wie hoch die Zinsen werden, wenn sich einmal herum gesprochen hat, dass sich Deutschland mit seinen €-Rettungsaktionen übernommen hat, dass es viel zu viele Bürgschaften übernahm für Länder, die allesamt nicht zahlen werden.
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    Ach ja. Uns weil die alle nicht zahlen werden, sind die Spreads zwischen Bund einerseits und Italien und Spanien abdrerseits in den letzten Monaten zurückgegangen.

    ...

    Da werden Sie noch viel Propaganda machen müssen, bis sich Ihre verquere Sicht der Dinge "herumgesprochen" hat.

    In der Zwischenzeit können Sie sich die 12-Monats-Entwicklung der marktimplizierten Ausfallwahrscheinlichkeiten von Staatsanleihen mit dieser Netzanwendung anschauen:

    http://www.dbresearch.com/servlet/reweb2.ReWEB;jsessionid=D0E1CB0E0DE90505FB64FDBA06144E76.srv12-dbr-com?rwnode=DBR_INTERNET_DE-PROD$NAVIGATION&rwobj=cdscalc2.Start.class&rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD

    +++

    'Delinix' deriliert
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    Wenn sich erst einmal die Rating Agenturen eingehend dieser Sache widmen, dann ist Schluss mit Lustig.
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    Leider scheint es Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit entgangen zu sein, daß die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Betrügeragenturen un den letzten Jahren stark gelitten hat.

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    'Delinix' deriliert
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    Machen Sie Ihren Stimmzettel zum Denkzettel.
    Auch wenn die AfD vielleicht nicht die ideale Partei für Sie ist –
    Es gibt keine andere Partei, die diesen Wahnsinn beenden will.
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    Wenn Sie den griechischen Kleptokraten 50 Milliarden schenken wollen, dann sind Lucke und die 40 Professoren die richtige Wahl.

    Sollten Sie allerdings die Schulden lieber beitreiben wollen, dann wären andere Parteien empfehlenswert.

  • 'Delinix' deliriert
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    @Rechner
    Für Sie existiert offenbar keine Umverteilung – und schon gar nicht die von unten nach oben.
    Ihren Ausdruck „Nullsummenspiel“ empfinde ich als regelrecht pervers, denn er suggeriert, es gäbe keine Umverteilungsproblematik, sondern alle Bürger seien im gleichen Maße Steuerzahler und Anleger.
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    Was reden Sie nur für einen Unsinn!

    Die Bemerkung "Nullsummenspiel" bezog sich auf die Mehrkosten, die dem Bund durch Zinserhöhungen entstehen.

    Die fallen letztlich den Steuerzahlern zu last - und das sind auch die Anleger in Bundeswertpapieren - egal ob direkt oder indirekt als Berrechtigter aus einer Betriebsrente oder Kapitallebensversicherung.

    ...

    Umverteilung gibt's mehr als genug - aber nicht die von "unten nach oben", von der sie phantasieren, sondern die in die andere Richtung.

    654 Milliarden sind im letzten Jahr an staatlichen Sozialleistungen ausbezahlt worden - das ist knapp ein Viertel des Bruttosozialprodukts.

    +++

    'Delinix' deliriert
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    Gehen Sie mal in die Sozialämter, da können Sie Ihr „Nullsummenspiel“ live betrachten.
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    Welchen Erkenntnisgewinn sollte eine Besichtigung von Kindergeldmigranten erbringen?

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    'Delinix' deliriert
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    Oder besuchen Sie eine der Tafeln, wo inzwischen etwa 6 Millionen Bürger täglich speisen
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    Natürlich - sechs Millionen 'mal wieder.

    Selten so gelacht!

    Wen wollen Sie mit Ihrer verlogenen Armutspropaganda verarschen?

    +++

    'Delinix' deliriert
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    das sind alles Kapitalanleger nach Ihrer Auffassung.
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    Unsinn - natürlich nicht. Steuerzahler sind sie allerdings auch nicht.

    Also kein Argument gegen "Nullsummenspiel".

    ...

    Wie Sie überhaupt auf die Schnappsidee kommen, daß ein Staat das gottgegebene Recht hätte sich mit einer Realverzinsung von NULL bei seinen Bürgern zu verschulden wüßte ich auch 'mal gerne.

  • 'Republikaner' sagt
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    D hatte über viel Monate die niedrigsten Zinsen für Staatsanleihen. Nachdem wir Geld hinaushauen, als gäbe es kein Morgen (Rettungswahn und Sozialausgaben!) und unsere Schulden steigen, werden halt Kreditgeber irgendwann mißtrauisch.
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    Selten so gelacht.

    Denn das Ansteigen des Renditeniveaus der letzten Wochen liegt an den verbesserten Konjunkturaussichten, und nicht am "Mißtrauen" von Kreditgebern.

    Wenn Kreditgeber "mißtrauisch" wären, dann würden Sie wohl kaum dem Bund Kapital über zehn Jahre zu einer Realverzinsung nahe bei NULL zur Verfügung stellen.

    ...

    Speziell bei "Bund" ist schon seit Monaten ein Sinken des Spreads gegen Italien und Spanien zu beobachten.

    Wer Normalisierung als Krisenzeichen wertet lebt eben in einer Spezialrealität.

  • @Rechner
    Für Sie existiert offenbar keine Umverteilung – und schon gar nicht die von unten nach oben.
    Ihren Ausdruck „Nullsummenspiel“ empfinde ich als regelrecht pervers, denn er suggeriert, es gäbe keine Umverteilungsproblematik, sondern alle Bürger seien im gleichen Maße Steuerzahler und Anleger.
    Gehen Sie mal in die Sozialämter, da können Sie Ihr „Nullsummenspiel“ live betrachten.
    Oder besuchen Sie eine der Tafeln, wo inzwischen etwa 6 Millionen Bürger täglich speisen… das sind alles Kapitalanleger nach Ihrer Auffassung.

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