Bundesanleihen
Deutschland zahlt höhere Zinsen

Die Bundesrepublik besorgt sich Milliarden am Kapitalmarkt. Dafür muss der Finanzminister allerdings so hohe Zinsen wie zuletzt vor zwei Jahren bieten. Die Zeiten der absoluten Niedrigzinsen scheinen vorbei zu sein.
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Deutschland muss Investoren höhere Zinsen bieten. Bei der Ausgabe von zehnjährigen Anleihen im Volumen lag die Rendite bei 2,06 Prozent - das war der höchste Stand seit Oktober 2011. Insgesamt spülte der Anleihe-Verkauf zur Wochenmitte rund 4 Milliarden Euro in die Staatskasse. Bei der vorhergehenden Auktion am 14. August lag die Rendite noch bei 1,8 Prozent betragen.

In den vergangenen Wochen sind die Renditen für Bundesanleihen auf dem Sekundärmarkt stetig gestiegen. Im Juli lag die Rendite der zehnjährigen Papiere noch bei rund 1,5 Prozent. Aktuell liegt sie bei zwei Prozent.

Als Grund für die steigenden Zinsen gilt die Aussicht auf eine geldpolitische Wende in den USA. Die Liquiditätsschwemme der US-Notenbank Fed ist in den vergangenen Jahren rund um den Globus geschwappt und hat in vielen Ländern die Renditen gedrückt. Nun kehrt sich dieser Trend um, weil die Fed ihr ultrabilliges Geld einschränken will. Ein weiterer Faktor ist die Entspannung in der Euro-Schuldenkrise, wegen der weniger Anleger nach sicheren Häfen für ihr Geld suchen.

Italien brachte ebenfalls neue Anleihen auf den Markt. Bei der Versteigerung einer einjährigen Staatsanleihe kletterte der Zins am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Dezember 2012. Die Investoren bekommen im Schnitt 1,34 Prozent, teilte das Finanzministerium in Rom mit. Vor einem Monaten begnügten sie sich noch mit 1,053 Prozent. Die Auktion spülte 8,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, weitere drei Milliarden kamen bei der Versteigerung dreimonatiger Papiere zusammen.


Anleger verlangen angesichts der instabilen politischen Lage einen höheren Risikoaufschlag. Erstmals seit eineinhalb Jahren liegt der Zins für eine zehnjährige Staatsanleihe wieder über dem von Spanien. "Solange die Situation um Berlusconi ungeklärt und die Regierung gefährdet bleibt, wird sich daran nichts ändern", sagte KBC-Ökonom Mathias van der Jeugt. Der Verbleib von Silvio Berlusconis Partei PDL in der Regierung ist nach wie vor offen.
In den USA legten die Kurse der Treasuries leicht zu. Zehnjährige amerikanische Staatsanleihen rentierten zwei Basispunkte niedriger mit 2,94 Prozent. Bei den am Donnerstag anstehenden Arbeitsmarktdaten erwarten Volkswirte einen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosengeld, was für einen langsameren Rückzug der Federal Reserve Bank aus ihren Stützungsmaßnahmen spräche.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • @ Rechner

    Die Kleptokratie(griech.) ist weit verbreitet.

  • @Rechner: das HB ist immer noch eine Wirtschaftszeitung, die auf entsprechende Inhalt Wert legt. Es würde mich sehr enttäuschen, wenn der Null-Nutzen Ihrer Beiträge nicht bald enttarnt werden.

  • @Rechner: und weil mir Dein Allgemeingsabbere, verpackt in irgendwelche Statistiken, die niemanden nützen und mir dermaßen auf den Keks gehen, sage ich Ihnen, daß heute DAX und S&P short gegangen bin - in spätestens 6 Wochen haben wir wieder Kontakt!

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