Bundesanleihen
Schäuble finanziert weniger auf Pump

Willkommen im Land der schwarzen Null: Der Finanzminister macht in diesem Jahr keine neuen Schulden und will jetzt sogar fünf Milliarden Euro weniger bei Investoren einsammeln als geplant. Das freut nicht jeden.
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FrankfurtBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble legt sich fest. Jeweils im Dezember sagt der Bund den Investoren genau, wieviel Geld er im nächsten Jahr einsammeln will. Und zwar nicht nur wieviel, sondern auch wann. In diesem Jahr hatte der Bund eigentlich vor Anleihen mit Laufzeiten von zwei bis 30 Jahren sowie sechs- und zwölfmonatige Geldmarktpapiere im Umfang von insgesamt 197,5 Milliarden Euro auszugeben. Doch so viel Geld braucht Schäuble nicht.

Die für Deutschlands Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur hat am Dienstag angekündigt, dass sich Deutschland im dritten Quartal fünf Milliarden Euro weniger als geplant leihen wird. Insgesamt wird der Bund damit in diesem Jahr Anleihen über 180,5 Milliarden Euro begeben – plus der an die Inflationsrate gekoppelten Anleihen, die zehn Milliarden bis 14 Milliarden Euro umfassen sollen.

Grund für die geschrumpfte Schuldenaufnahme sei „die gute Entwicklung der Steuereinnahmen“, erklärte ein Sprecher der Finanzagentur. Diese lagen in den ersten fünf Monaten um 8,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dafür sorgten die gute Konjunktur sowie steigende Verdienste und Rekordbeschäftigung, die für höhere Einnahmen aus der Lohnsteuer sorgen.

Zusätzliche Schulden waren für dieses Jahr vom Bund ohnehin nicht geplant – Schäuble hatte die „schwarze Null“ geschafft. Die Anleihen und Geldmarktpapiere, die der Bund begibt, dienen also lediglich dazu, auslaufende Papiere zu refinanzieren. Damit kommt Deutschland erstmals seit 1996 ohne neuen Schulden aus. Und das soll auch so bleiben: Ab 2016 gilt für den Bund ohnehin die Schuldenbremse. Sie begrenzt die Nettokreditaufnahme auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Möglicherweise wird das Volumen noch einmal gedrückt, deutete die Finanzagentur an: „Weitere Änderungen des Emissionskalenders können sich je nach Finanzierungsbedarf und Liquiditätslage des Bundes und seiner Sondervermögen oder in Reaktion auf die Finanzmarktsituation ergeben.“

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Investoren sind skeptisch – wegen der Politik der EZB

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  • Für wie DUMM will uns diese Merkel-Schäuble Politik eigentlich noch halten....seit wann sind "Weniger Schulden aufnehmen" - KEINE SCHULDEN mehr?! Seitwann soll dadurch der Schuldenberg weniger werden???!

  • Die Null ist nicht wegen dem Finanzminister schwarz, sondern weil die Zinsen auf die Staatsschuld abgeschafft sind.

    Zitat:
    "Der einzige echte Profiteur in Deutschland ist der Staat, der deutlich weniger Zinsen zahlen muss als früher“, sagt IW-Direktor Michael Hüther."

    Quelle:
    http://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/beitrag/diskussion-ueber-ungleichheit-niedrigzinspolitik-trifft-alle-231461

    Der Chef des DIW hat auch erkannt, wer bezahlt:

    Zitat:
    "Im Vergleich dazu bekommen Ältere, die tendenziell mehr Ersparnisse als Schulden haben, weniger Zinsen für ihr Erspartes."

    Aber keine Sorge, die Schattenhaushalte der Euro-Rettung wachsen ja munter weiter. Ist also nix, mit der schwarzen Null.

  • Tja, sehr komisch. Noch vor 2 Jahren hatten wir 1,995 Bio. EUR Schulden.

    Jetzt sind´s dank der schwarzen Null 2,15 Bio. EUR Schulden.

    Toller Sparminister !!!

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