Bundesanleihen
Wann ist Deutschland dran?

Bislang ist Deutschland in der Euro-Krise glimpflich davongekommen. Das könnte sich bald ändern. Die ersten Investoren zweifeln daran, ob die Bundesrepublik wirklich so sicher ist wie gedacht.
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DüsseldorfDeutschland hat von der Krise der anderen Europäer profitiert. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik konnte sich ein deutscher Finanzminister so günstig verschulden wie in den vergangenen Monaten. Die Investoren überschütten Deutschland geradezu mit Geld. Einzig die deutschen Schuldtitel gelten am Markt als sicher. Bis jetzt. Doch das könnte sich bald ändern.

Die ersten Investoren hinterfragen, ob es wirklich so schlau ist, dem deutschen Staat fast zum Nulltarif Geld zu leihen. Unter den Skeptikern: Bill Gross von Pacific Investment Management Co (Pimco) , einer der prominentesten Geldmanager der Branche. „Deutschland stellt für mich ein Kreditrisiko dar. Es ist kein attraktiver Markt“, sagt Gross. Am Markt für deutsche Staatsanleihen habe sich eine Blase gebildet. „Ich wäre bei Bundesanleihen misstrauisch, da nur wenige Szenarien bestehen, in denen sie sich gut entwickeln könnten“, erklärt er.

Gross wird in der Branche ehrfurchtsvoll als „Bond-König“ betitelt. Sein Wort hat Gewicht. Er verwaltet den größten Anleihefonds der Welt. Was den großen Investor misstrauisch macht: Die Verpflichtungen, die Deutschland in der Staatsschuldenkrise übernimmt, werden immer größer. Zwar hätten die deutschen Staatspapiere von der Krise profitiert - die Renditen zweijähriger Papiere sind deutlich unter die Marke von Null gefallen - doch nun sei wenig Raum geblieben, sagte Gross im Interview mit Bloomberg. Die Folge: Pimco hat den Anteil an deutschen Staatsanleihen im Portfolio reduziert.

Deutschland ist der größte Einzahler in die Rettungspakete für Griechenland. Sollte Griechenland pleitegehen und aus dem Euro ausscheiden, träfe das die Bundesrepublik hart. Experten schätzen die direkten Kosten, die ein Austritt nach sich ziehen könnte, auf 70 bis 100 Milliarden Euro.

Insgesamt haftet Deutschland mit Garantien in Höhe 211 Milliarden Euro für den Rettungsfonds EFSF. Hinzu kommen bald weitere Milliarden für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Gleichzeitig droht ein Land nach dem anderen wegzufallen, das eigentlich in den Rettungsfonds einzahlen sollte. Nach Griechenland und Portugal ist auch Spanien auf Hilfe angewiesen. Danach könnte Italien von den Geberländern auf die Seite der Empfänger wechseln.

„Wenn es eine Fiskalunion gibt, zahlt Deutschland. Und wenn es eine Bankenunion gibt, zahlt Deutschland auch. Es ist nicht länger ein kein komplett sicherer Hafen“, sagte Bill Blain von Newedge Group in London. Die Investoren kalkulierten langsam den möglichen Schaden ein, den Deutschland erleiden könnte.

Kommentare zu " Bundesanleihen: Wann ist Deutschland dran?"

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  • Das Sie (die Redaktion spreche ich an!) den Beitrag gelöscht haben, finde ich äußerst schlecht. Jetzt kann ich ihn nicht mehr lesen.

  • @ hasstnicht

    Wir folgen gemäß ihrem Vorschlag dem Geld und finden:

    In Griechenland sind zwischen 2001 und 2011 die Gehälter der Staatsbediensteten um 71,7% gestiegen und die Sozialleistungen um 109%.

    In Irland sind zwischen 2001 und 2011 die Gehälter der Staatsbediensteten um 82,1% gestiegen und die Sozialleistungen um 151,2%.

    In Portugal sind zwischen 2001 und 2011 die Gehälter der Staatsbediensteten um 5,0% gestiegen und die Sozialleistungen um 109,5%.

    Alles ohne entsprechenden Anstieg der Produktivität - finanziert auf pump und durch EU-Stütze ("Kohäsionsfonds").

    Sonst noch Fragen?

    [eigene Berechnungen basierend auf den eurostat-Zahlen]

  • Kohl, Waigel, Schröder, Eichel, Merkel, Schäuble und alle ihre Abnicker in den Parlamenten haben die Zukunft und den Wohlstand unseres Landes ruiniert. Es ist an der Zeit sich die Schuldigen gut zu merken, damit sie hoffentlich schon bald von einer neuen deutschen Demokratie und dem Volk zur Rechenschaft gezogen wertden können.
    Aber auch Goldman-Sucks, Barroso, Junker und wie alle EU-Gauner heissen mögen, müssen bestraft werden.

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