Bundesanleihen

Wenn Sechsprozenter nichts mehr taugen

Vielen Anlegern freuen sich noch über alte Bundesanleihen im Depot, die bis zu sechs Prozent Zinsen bringen. Doch vom Nominalzins sollten sich Sparer nicht blenden lassen. Wer sie bis zum Schluss behält, zahlt drauf.
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Weg mit Hochverzinslichem - Nachgerechnet

Weg mit Hochverzinslichem - Nachgerechnet

Hatten Sie auch immer geglaubt, das Beste, was Sie im Depot haben, sind die schönen alten Bundesanleihen aus Anno dazumal, als das Zinsniveau noch viel höher lag? Mit sechs Prozent Nominalzins, glänzen sie teilweise. Aber auch 4,75 Prozent sind ja heute nicht schlecht. Jahr für Jahr kommt da eine ansehnliche Zinszahlung und außerdem sind die Papiere noch grandios im Kurs gestiegen.  Die bleiben natürlich schön drin im Portfolio, oder? Falsch gedacht!

Oft wurden die Anleihen Anfang des Jahrtausends gekauft oder gar in den 90er-Jahren. Vorausgesetzt, das Kaufdatum war vor 2009, dann sollten Sparer die alten Hochprozenter so rasch wie möglich aus dem Depot werfen.

Die Steuer macht hier einen Strich durch die Rechnung. Die Kursgewinne sind bei solchen Anleihen noch steuerfrei. Die Kursgewinne gehen aber gegen null, je näher die Anleihe an das Fälligkeitsdatum rückt. Auf den Zinsen jedoch, die bis dahin noch fließen, lastet die Abgeltungsteuer.

 Beispiel: Die 30-jährige Bundesanleihe, fällig im Juni 2016, ein Sechsprozenter (WKN113446). Nach ihrer Emission 1986 wurde sie zeitweise weit unter Kurs gehandelt, weil Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre die allgemeinen Zinsen sehr hoch lagen. Danach ist das Zinsniveau ständig gesunken, die Anleihe ist im Wert stark gestiegen. Noch immer liegt der Kurs wegen der attraktiven Zinsen um knapp 16 Prozent über dem Nominalwert. Aber er geht langsam nach unten. Im Juni 2016 bekommen Anleger ja nur noch den Nennwert zurück.

Hat ein Anleger nun Papiere im Nominalwert von 10.000 Euro und behält die Anleihe, bekommt er bis Laufzeitende im Juni 2016 noch drei mal 600 Euro Zins, also 1.800 Euro. Doch nach 28 Prozent Abgeltungsteuer kommen beim Anleger nur rund 1.300 Euro an.

Wann negative Renditen drohen
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8 Kommentare zu "Bundesanleihen: Wenn Sechsprozenter nichts mehr taugen"

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  • Leider fehlt der für den Laien wichtigste Hinweis: was mache ich mit dem Geld aus dem Verkauf? Wer in der gleichen Anlageklasse, der selben Laufzeit und der gleichen Risikostufe anlegen will, für den dürfte sich das ganze wohl kaum rentieren! Der Artikel ist sehr oberflächlich geschrieben und gehört nicht ins Handelsblatt

  • Leider fehlt der für den Laien wichtigste Hinweis: was mache ich mit dem Geld aus dem Verkauf? Wer in der gleichen Anlageklasse, der selben Laufzeit und der gleichen Risikostufe anlegen will, für den dürfte sich das ganze wohl kaum rentieren! Der Artikel ist sehr oberflächlich geschrieben und gehört nicht ins Handelsblatt

  • Was im Artikel gar nicht angesprochen wurde, ist, dass die Risikoaufschläge das Zinssteigerungsrisiko abdecken sollen. Diese Risiko ist ganz real geworden. Langlaufende Anleihen können so ganz schnell 30% bis 50% ihres Wertes einbüßen.
    Momentan macht es mehr Sinn, sich auf maximal 2 Jahre Geldananlagehorizont einzustellen.

    PS: Sparen ist immer noch besser, als Geld verdummen oder verschwenden. Wenn Anschaffungen geplant sind, sollte man sowieso auf Liquidität achten. Wenn der Vermögenserhalt im Vordergund stehen soll, kommt es auf den Zeithorizont an (>10 Jahre)und es empfiehlt sich eine Mischung von 20% Edelmetallen, 30% Festverzinsliche und 50% Aktien für freie liquide Mittel. Eine eigene Immobilie, in der man selbst wohnt, ist ebenfalls eine hervorragende Geldanlage, weil man während der Tilgungsphase besonders wirtschaftlich mit seinem Geld umgehen wird (muss). Insoweit ist die beste Geldanlage zunächst höherverzinsliche Schulden zu tilgen, bevor man freie Mittel niedrigverzinslich anlegt.

  • LIchtenberg
    Thema verfehlt, 6, setzen!

  • Danke für Ihren Artikel, sehr geehrte Frau Hussla ! In der Tat sollte sich ein Anleger nicht auf den vermeintlich hohen Nominalzins von 6% ausruhen. Sie zeigen sehr deutlich, dass auch eine Anleihe immer wieder auf den Prüfstand gehört.
    wie die Entscheidung ausfällt, halten oder verkaufen, ist dann letzendlich den persönlichen Umständen des Anlegers geschuldet.
    Bleiben Sie dran ! Herzlichen Gruß
    Michael Flohr - selbständiger Anlageberater

  • Pardon,

    Ihr Artikel ist -Grober Unsinn.

    Wenn Sie davon ausgehen, daß zukünftig eine Gemeinschaft
    ein Luxusleben der Zinsempfänger erarbeiten soll, liegen
    Sie wohl falsch.

    Auch denke ich ist es im Besten Sinne, daß angesparte Vermögen
    teilweise zur Auflösung bereit stehen sollten.

    Man spart ja nicht um damit ins Niwana einzuziehen, sondern um
    es irgendwann mal einzusetzen.
    Sparen um des Sparen willens ist doch Quatsch und ziellos.
    Wenn sparen nur Idiologie beinhaltet, kommt man zu solchen
    Artikel wie die Ihrigen.

  • Anders sieht es jedoch aus, wenn man a) sich im Rahmen seiner Freibeträge bewegt oder/und b) sich unterhalb des Eingangssteuersatzes befindet. In der Regel sind das Kinder und Rentner. Da würde ich dann schon moch einmal nachrechnen...

  • Guter Artikel! Die Steuer vergisst man allzu oft.

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