Bundesanleihen: Zehn Jahre Sicherheit für 1,93 Prozent Zinsen

Bundesanleihen
Zehn Jahre Sicherheit für 1,93 Prozent Zinsen

Die Zinsen für Bundesanleihen sind weiter gefallen. Was von der neuerlichen Auktion übrig bleibt: Der Bund ist um vier Milliarden Euro liquider, die Anleger bekommen einen sicheren Hafen. Mehr aber auch nicht.
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BerlinSinkender Zins, steigende Nachfrage: Der Bund hat die erste Auktion von Staatsanleihen im neuen Jahr erfolgreich bestanden. Die Aufstockung einer zehnjährigen Bundesanleihe spülte 4,057 Milliarden Euro in die Kassen, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur mit.

Der durchschnittliche Zins sank auf 1,93 Prozent, nachdem er im November bei 1,98 Prozent gelegen hatte. Trotz der extrem niedrigen Rendite war die Nachfrage robust: Die Investoren boten insgesamt 5,142 Milliarden Euro. Damit war die Auktion 1,3-fach überzeichnet, während sich vor sechs Wochen für fast 40 Prozent des angebotenen Volumens keine Geldgeber fanden.

Experten sprachen deshalb von einer gelungenen Premiere 2012. „Die Auktion ist zufriedenstellend ausgefallen, wenn auch nicht sensationell“, sagte der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer. Der Bund könne sich zum aktuellen Marktzins refinanzieren. „Die Emission war relativ unspektakulär“, sagte auch Viola Stork von der Helaba. Die Nachfrage habe sich im üblichen Rahmen bewegt. 2011 waren die Auktionen zehnjähriger Bundesanleihen im Schnitt 1,54-fach überzeichnet.

Die Versteigerung war mit einiger Spannung erwartet worden, weil es bei der Auktion einer zehnjährigen Anleihe am 23. November einen Käuferstreik gab. Sechs Milliarden Euro wurden den Anlegern angeboten, sie wollten aber nicht einmal vier Milliarden haben. Einige Experten begründeten den Ausrutscher mit dem nervösen Marktumfeld. Andere sagten, am Jahresende hätten viele Anleger ihre Bücher geschlossen und deshalb kein Interesse mehr gehabt.

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Deutschland profitiert vom Sicherheitsimage

Kommentare zu " Bundesanleihen: Zehn Jahre Sicherheit für 1,93 Prozent Zinsen"

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  • Und da sage noch einer Deutschland profitiert nicht von der gegenwärtigen Schuldenkrise einiger südeuropäischer Länder. Es sind bis dato schon zwischen 65 - 70 Mrd. Euro Refinanzierungs-/Umschuldungskostenersparnis (bei durchschnittlich 330 - 350 Mrd. die wir im Jahr Umschulden / Refinanzieren müssen, bedeuten alleine nur 100 Bps. zwischen 33 - 35 Mrd. pro Jahr).

    Fakt ist, Deutschland ist und bleibt der Euro-Hauptprofiteur und Nutznießer Nummer 1 der Einheitswährung !

  • Interessant wird es dann, wenn bei einem Anziehen der Zinsen die Bundesanleihen crashen. Arme Sicherheit. Auch sie ist dann Vergangenheit. 1% Zinsanstieg bedeutet 10% Kursverlust. Dann begreift auch der letzte, dass nichts 100% sicher ist. Der einzige, der sich dann langfristig freuen kann ist Papa Staat. Billiger wie derzeit wird er sich lange nicht mehr refinanzieren. Mal sehen wielange noch Papa Staat den Sonderbonus bekommt....10 Jahre unter 2% Zinsen....au weia. Aber schön wenn es auch Gewinner in der Krise gibt.

  • Und man will es einfach nicht verstehen: Das Debakel der 10-Jahres-Auktion am Ende letztes Jahres war ausschließlich der Eruo-Bonds-Diskussion geschuldet.

    Nix mit "geschlossene Bücher" oder "Unsicherheit".

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