Bundesfinanzagentur
„Bundeswertpapiere weiter hoch im Kurs“

Trotz der verpatzten Versteigerung von zehnjährigen Bundesanleihen ist dem Chef der Bundesfinanzagentur nicht bange. Für Carl Heinz Daube ist die schwache Nachfrage kein Ausdruck eines nachlassenden Interesses.
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FrankfurtDer oberste deutsche Schuldenverwalter zeigt sich von der missratenen Versteigerung deutscher Staatsanleihen am Mittwoch nicht alarmiert. Auch wenn bei der Auktion zehnjähriger Bundesanleihen ein Drittel der angebotenen Papiere keinen Abnehmer fand, stelle das Ergebnis der Versteigerung „weder ein Problem für die Refinanzierung des Bundes dar, noch ist sie Ausdruck eines nachlassenden Interesses der Investoren“, sagte der Geschäftsführer der Bundesfinanzagentur, Carl Heinz Daube, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Im Gegenteil: „Bundeswertpapiere stehen weiter hoch im Kurs.“

Die ungewöhnlich schwache Nachfrage nach den als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen erklärte Daube unter anderem mit der allgemeinen Kaufzurückhaltung der Banken in der Schuldenkrise. In Zeiten der Krise werden „die Bücher bei einer Reihe von Investoren lange vor dem Jahresende geschlossen“. Auf eine mögliche Spekulation von Investoren auf künftige Eurobonds angesprochen sagte der Chef der Bundesfinanzagentur, „einen unmittelbaren Zusammenhang“ zur Auktion des Bundes am Mittwoch sehe er da nicht.

Der Chef der Schuldenverwaltung wehrte sich zudem gegen den Vorwurf, seine Behörde habe den Zinskupon von 2,0 Prozent bei der gefloppten Auktion zu niedrig angesetzt. „Bei der Festsetzung des Kupons für Bundeswertpapiere richten wir uns nach dem Markt“, versicherte Daube. Die Durchschnittsrendite der Versteigerung von 1,98 Prozent zeige, „dass wir mit unserer Einschätzung richtig lagen“.

Am Freitag starteten die Kurse am deutschen Anleihenmarkt nahezu unverändert in den Handel. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen geringfügig um 0,01 Prozent auf 135,06 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,159 Prozent. Die Schuldenkrise der Eurozone habe den Anleihenmarkt zum Wochenausklang zwar weiter fest im Griff, sagte Experte Volker Brokelmann von der HSH Nordbank. Nach der gefloppten Versteigerung von deutschen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren am Mittwoch habe sich die Verunsicherung der Anleger aber „wieder einigermaßen gelegt“. Nach Einschätzung von Brokelmann dürfte sich die Lage im Handelsverlauf weiter „merklich“ beruhigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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