Chaos am Bondmarkt
Warum Investoren vor dem „Hair-Cut“ zittern

Die Lage bei den Anleihen der Euro-Krisenländer erreicht chaotische Zustände: Es gibt kaum noch Käufer, die Umsätze sind gering, und die Spannen zwischen An- und Verkaufskursen sind unüblich hoch. Selbst die Profis, die Händler, blicken beim intransparenten und illiquiden Handel kaum noch durch. Sie nennen nur noch ungefähre Kurse, wenn sie nach Renditen der Krisen-Bonds gefragt werden.
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FRANKFURT. Die Renditen klettern weiter, immer weiter. Für zehnjährige Anleihen liegt die aktuelle Verzinsung in Irland bei mehr als neun, in Portugal bei über sieben und in Spanien bei mehr als fünf Prozent - alles mehrjährige Höchststände. Auch die zehnjährige Rendite griechischer Bonds nähert sich mit mehr als zwölf Prozent wieder ihrem Rekordstand seit der Euro-Einführung.

Analysten haben Äußerungen von Politikern als Grund für die Panik an den Märkten ausgemacht, die auch das Hilfspaket für Irland nicht mindern konnte. So betont Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder, dass sie nach dem Auslaufen des Rettungsschirms die privaten Gläubiger im Krisenfall beteiligen will. Birgit Figge von der DZ Bank sieht die Investoren "in Alarmbereitschaft". Auch Marek Sasura von Barclays Capital macht "die Reaktionen der Politiker" für das Chaos an den Märkten verantwortlich.

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hält die Debatte über den Euro-Rettungsschirm für "sehr unglücklich", weil die Märkte dies negativ aufgenommen hätten. Auf die Frage ob der Rettungsschirm im Notfall aufgestockt werden sollte, sagte Ackermann: "Ja, es ist so wichtig, dass wir die Situation jetzt stabilisieren, dass wahrscheinlich auch solche Optionen - falls es notwendig würde - richtig sind." Diese Möglichkeiten müssten dann geprüft werden.

Nach 2013 könne man aber durchaus über veränderte Formen des Krisenmechanismus nachdenken. "Aber im wesentlichen muss es freiwillige, marktorientierte Lösungen geben." Wichtig seien auch sogenannte Umschuldungsklauseln (Collective Action Clauses), wie es sie bei Anleihen von Schwellenländern gebe.

Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, warnt angesichts der Situation an den Märkten: "Die Diskussion um die geplante Beteiligung privater Gläubiger an Verlusten darf nicht den Eindruck erwecken, dass die Bonität einzelner EU-Staaten fraglich ist." Es müsse das Vertrauen der Investoren erhalten bleiben, dass Staatsschulden im Euro-Raum erhalten bleiben, ergänzt er.

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  • "geräuschlose" Umschuldung in Dubai? keine nennenswerten Marktstörungen? ich glaube, Herr Hoffmann lebt in einer anderen Welt. Die Umschuldung hat mit einem großen Knall begonnen und ein Jahr gedauert (nicht eine Woche), weil die wichtigen Personen in Dubai auch nicht verstanden hatten, wie die Kapitalmärkte ticken. Richtig ist aber, dass es nach dem schlechten Start nur noch Verhandlungen hinter den Kulissen gegeben hat, anders als im Falle irlands; hier könnten die Politiker noch einiges lernen.

  • "Nach 2013 beginnt jedoch eine neue Zeitrechnung, da sind sich die Großinvestoren sicher."

    Wohl etwas lange im bett gelegen ?
    Die Zeitrechnung begann mit der Lehman Pleite.

    Nach 2013 - das ist Optimismus für den Euro.

    So lange soll das Gewürge noch gehen ?

    Da wette ich dagegen.

    bis dahin gibt es ihn in dieser Form nicht mehr.
    bis dahin hat man etliche Forderungen wertberichtigt.

    UND DAS WÄRE GUT SO.

    Das Leben ist kein Wunschkonzert - auch nicht für Großinvestoren.
    Wobei im Hintergrund die Riester Sparer und andere Private mit im boot sitzen.
    Mitten drin die Halter der allseits beliebten Kapitallebensvericherung.
    Da ist die Politik allerdings zu feige darüber zu reden.

  • @island,

    das liegt daran dass Sie den Welt-Finanzmechanismus nicht verstehen, Sie stehen aber nicht allein da, Frau Merkel versteht es auch nicht, sonst hätte sie sich mit ihrer Äußerungen zurückgehalten. Oder war es bosheit kumuliert mit Nationalegoismus?

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