Coca Cola Hellenic Bottling
Flucht aus Griechenland rächt sich

Coca Cola Hellenic Bottling ist das größte Unternehmen Griechenlands. Noch. Der Getränkeabfüller will das Land verlassen und in die Schweiz flüchten. Eine Ratingagentur warnt die Firma, dass das nach hinten losgehen könnte.
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Die Anleihe-Gläubiger von Coca-Cola Hellenic Bottling (CCHB), dem weltweit zweitgrößten Abfüller des gleichnamigen Getränks, machen sich immer mehr Sorgen, dass der geplante Weggang des Unternehmens aus Griechenland zu einer Rating-Abstufung führen wird.

Seit dem 12. Oktober dieses Jahres - also dem ersten Tag nach der Ankündigung des größten griechische Konzerns, die Firmenzentrale in die Schweiz verlegen zu wollen - hat sich der Renditeaufschlag der meistgehandelten CCHB-Anleihen gegenüber griechischen Staatsanleihen mit Fälligkeit 2016 um 0,61 Prozentpunkte auf zuletzt 232 Basispunkte ausgeweitet.

Zwar behauptet der Konzern, der Wegzug werde schon bald die Finanzierungskosten senken. Doch viele Investoren befürchten, dass der Schritt die Verschuldung stark ansteigen lassen wird. Laut Moody's Investors Service muss sich das Unternehmen unter Umständen eine halbe Milliarde Euro ausleihen - also zweimal so viel wie der Nettogewinn in den ersten neun Monaten 2012. Damit gefährde der Konzern sein “Baa1“-Rating.

“Die Verlegung der Firmenzentrale ist gut, weil das die Gefahren höherer Steuern oder einer Verstaatlichung reduziert. Gleichzeitig jedoch verschlechtert sich die Liquiditäts-Positionen wegen der Kosten”, sagte Ramon Nieto, Fondsmanager bei Geroa EPSV Fondos. Die Firma verwaltet rund 1,1 Mrd. Euro und besaß in der Vergangenheit Anleihen von Coca-Cola Hellenic Bottling. “Selbst mit dem jüngsten Anstieg der Renditen sind die Papiere für uns nicht attraktiv genug, um sie zu kaufen.”

Charles O'Brien, ein Sprecher von CCHB in London, wollte sich gegenüber Bloomberg News nicht dazu äußern, inwieweit sich der Umzug auf die Bonität auswirkt.

Dem Plan zufolge wird eine neue Firma unter dem Namen Coca-Cola HBC AG anbieten, Aktien von Coca-Cola Hellenic Bottling im Verhältnis 1 zu 1 zu kaufen. Falls mehr als 90 Prozent der Investoren dem Deal zustimmen, kann der Konzern damit beginnen, die restlichen Aktionäre auszukaufen - durch einen Aktientausch oder ein Bar-Geschäft.

Sollten sich alle Minderheits-Aktionäre für die Bar-Option entscheiden, wird dies das Unternehmen laut Moody's bis zu 500 Mio. Euro kosten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte CCHB netto rund 240 Mio. verdient.

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Kommentare zu " Coca Cola Hellenic Bottling: Flucht aus Griechenland rächt sich"

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  • Super Idee, der Weggang. Griechenland kann gut von der Schweiz aus gemenedscht werden. Vielleicht hat Frau Calmy-Rey auch Interesse.

  • Ich würde dort auch gehen wollen.

  • Hmmm...

    Vielleicht hat die Firma ja den griechischen Fiskus beschixxen und sucht nun das Weite bevor die dahinter kommen

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