Coco-Anleihen: Die Zauberwaffe verliert ihren Zauber

Coco-Anleihen
Die Zauberwaffe verliert ihren Zauber

Eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen neue Krisen steht auf dem Prüfstand. Viele Investoren zweifeln an den Cocos genannten neuen Wandelanleihen.
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Zürich, LondonNicht nur die Banken müssen sich 2011 auf neue Stresstests gefasst machen. Auch die Finanzreform geht in den ersten Härtetest. Zwar müssen die neuen Kapitalanforderungen (Basel III) von den Banken erst ab 2013 sukzessive erfüllt werden. Doch für ein neues Finanzinstrument – die Contingent Convertible Bonds, kurz Cocos – könnte bereits in diesem Jahr die Stunde der Wahrheit schlagen. Während die Regulierer die bedingten Pflichtwandelanleihen als wichtiges Instrument im Kampf gegen künftige Finanzkrisen loben, warnen Großinvestoren, dass sie eigentlich kein Interesse an der vermeintlichen Wunderwaffe haben und dass die Cocos das Finanzsystem im Zweifel sogar destabilisieren könnten.

Cocos spiegeln so etwas wie den neuen Zeitgeist bei den Finanzaufsehern wider. Durch ihre Wandlung von Schulden in Eigenkapital im Fall einer Krise sollen die Anleihen dafür sorgen, dass die Gläubiger der Banken nicht wieder ungeschoren davonkommen und die Steuerzahler die Rechnung für die Rettung der Banken übernehmen müssen. Bisher haben nur Lloyds und die Rabobank das Instrument genutzt

In diesem Jahr will Credit-Suisse-Chef Brady Dougan Cocos ausgeben. Die Schweizer Regierung hat sich bislang am stärksten der Coco-Idee verschrieben und fordert von den beiden Großbanken UBS und Credit Suisse, dass sie fast die Hälfte ihres vorzuhaltenden harten Kernkapitals von insgesamt 19 Prozent durch Cocos abdecken. Das wären zusammen immerhin gut 70 Milliarden Franken. Nach einer Schätzung der Ratingagentur Standard & Poor’s müssen Banken in den kommenden fünf bis zehn Jahren bis zu einer Billion Dollar an Kapital über Cocos aufnehmen. Auch der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht spielt mit dem Gedanken, die geplanten zusätzlichen Kapitalpuffer für systemwichtige Großbanken in Form von bedingten Pflichtwandelanleihen einzufordern.

Die Zweifler melden sich zu Wort

Doch nicht alle sind von den Pflichtwandelanleihen begeistert. Während die Credit Suisse ein großer Fan der Finanzinnovation ist, ist man bei der UBS skeptisch. „Das funktioniert nie“, warnt ein hoher UBS-Manager. Investoren würden keine Mischinstrumente mögen. Wenn sie in der Krise ohnehin haften müssten, kauften sie lieber gleich Aktien. Die Aktionäre der Banken sind auch alles andere als euphorisch, dass ihre Anteile durch die Zwangswandlung der Anleihen in der Krise verwässert werden sollen.

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