Coinbase
Kunden haben zunehmend Probleme mit Bitcoin-Börse

Die beliebteste Online-Börse für den Handel digitaler Währungen verzeichnet in diesem Jahr einen starken Anstieg der Kundenbeschwerden. Der Preisanstieg macht den Betreibern zu schaffen. Systeme stoßen an ihre Grenzen.
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Das US Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) hat mindestens 293 Beschwerden über Coinbase Inc. erhalten, belegen Daten, die von Bloomberg ausgewertet wurden. Das steht im Vergleich zu etwa sechs Beschwerden für das Gesamtjahr 2016. Damit ist Coinbase mit Blick auf virtuelle Währungen die Nummer eins bei CFPB-Beschwerden im laufenden Jahr. Die Webseite hatte zuletzt mit einem Anstieg des Volumens und längeren Transaktions-Verarbeitungszeiten zu kämpfen, während der Wert von Bitcoins und anderen Krypto-Währungen auf neue Rekordhochs nach oben schnellte.

Mehr als ein Drittel der Beschwerden kam von Einzelpersonen, die sagten, dass sie nicht in der Lage gewesen seien, auf ihr Geld wie versprochen zuzugreifen. Viele Leute klagten auch über andere Transaktions- oder Service-Probleme. Betrugsfälle standen hinter weniger als 15 Prozent der Beschwerden. „Die Gelder sollten innerhalb von drei bis fünf Arbeitstagen auf mein Girokonto überwiesen werden“, beklagte beispielsweise ein Kunde im Mai beim CFPB. „Ich brauche das Geld.“

Megan Hernbroth, eine Sprecherin von Coinbase mit Sitz in San Francisco, wollten zu den CFPB-Beschwerden keinen Kommentar abgeben. Seit Anfang 2017 hat das CFPB mehr als 250 Beschwerden in der Kategorie „virtuelle Währung“ erhalten. Etwa 60 Prozent davon bezogen sich auf Coinbase, während es bei vielen anderen um PayPal Holdings Inc. und große Banken ging.

Coinbase, gegründet im Jahr 2012, hatte im Juni erklärt, dass es an einer Verbesserung der Kundenbetreuung arbeite. „In den vergangenen Monaten haben wir eine beispiellose Zunahme der Zahl der Kunden gesehen, die sich für die Verwendung von Coinbase anmeldeten“, schrieb der Mitbegründer und CEO, Brian Armstrong, in einem Blogeintrag vom 6. Juni. „Infolgedessen sind unsere Systeme an ihre Grenzen geraten, was bei vielen Kunden für negative Erfahrungen sorgte.“

Im Service-Bereich schreibt Coinbase, dass die Transaktions-Zeiten je nach Standort und Zahlungsmethode eines Kunden variieren können. US-Banküberweisungen könnten bis zu fünf Werktage in Anspruch nehmen. LendEDU, ein Marktplatz für Studentenkredite aus New Jersey, hatte in einem Bericht zu Beginn der Woche auf die Zunahme der Beschwerden hingewiesen.

Crypto-Währungs-Startups wurden von ungewöhnlich hohen Volumina überwältigt, als sich der Preis von Bitcoins in diesem Jahr fast verfünffachte. In diesem Monat wurde die Debatte über die Beschleunigung der Transaktionen so intensiv, dass Bitcoin sich in zwei teilte. Das CFPB, das auf mehrmalige Bitten um einen Kommentar nicht reagierte, akzeptiert Beschwerden über virtuelle Währungen seit dem Jahr 2014. Es warnte Verbraucher zudem vor unklaren Kosten, Betrügereien und Geldverlust.

Drei Jahre später erklärte die Securities and Exchange Commission (SEC), dass Krypto-Währungs-Börsen und Unternehmen, die Geld durch den Verkauf digitaler Vermögenswerte einnehmen, den Bundes-Wertpapiergesetzen der USA unterliegen würden. Damit signalisierte die Aufsicht ein hartes Durchgreifen mit Blick auf den jüngsten Anstieg virtueller Münzen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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