Covered Bonds
S&P nimmt Pfandbriefe unter die Lupe

FRANKFURT. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) will ihr Bewertungsmodell für Pfandbriefe und den deutschen Pfandbriefen ähnliche Covered Bonds ändern. Dabei will die Agentur künftig stärker auf die Finanzkraft der jeweiligen Emittenten abzielen.

FRANKFURT. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) will ihr Bewertungsmodell für Pfandbriefe und den deutschen Pfandbriefen ähnliche Covered Bonds ändern. Dabei will die Agentur künftig stärker auf die Finanzkraft der jeweiligen Emittenten abzielen. Wenn die Agentur die Methoden tatsächlich ändert, hätte dies gravierende Folgen: S&P erwartet, dass bis zu 60 Prozent aller Covered-Bond-Programme herabgestuft werden können.

Covered Bonds sind Anleihen von Banken, deren Zins- und Tilgungszahlungen durch einen Pool von Krediten an die öffentliche Hand oder Hypotheken gedeckt sind. Sie sind dabei so konstruiert, dass die Besitzer der Papiere auch dann bedient werden, wenn der jeweilige Emittent insolvent wird. Einen Belastungstest - also die Insolvenz eines großen Covered-Bond-Emittenten - gab es aber noch nie.

S&P zielt bislang vor allem auf die Qualität der Covered-Bond-Deckungen und weniger auf die der Emittenten. Angesichts der aktuellen Liquiditätskrise sei es aber sinnvoll, die Methodik zu ändern, sagte Sabrina Miehs, Ratinganganalystin für Covered Bonds bei S&P. Dabei will die Agentur vor allem darauf abzielen, wie das Risiko der Fristentransformation gedeckt ist. Dieses Risiko besteht zum Beispiel dann, wenn Banken lang laufende Kredite vergeben haben, diese aber mit Pfandbriefen refinanzieren, die nur eine kurze Laufzeit haben.

Bevor S&P die Methodik ändert, will die Agentur jedoch wissen, was Investoren und Emittenten davon halten. Die Betroffenen zu Wort kommen zu lassen, ist bei methodischen Änderungen der Ratingagenturen üblich. Die Frist für Änderungsvorschläge läuft bis zum 13. März.

Die Ratingagenturen Moody's und Fitch beziehen schon lange bei den Covered-Bond-Ratings auch die Qualität der Emittenten mit ein. Dennoch bewerten bislang noch alle drei großen Agenturen die Covered-Bond-Programme der meisten Emittenten mit der Höchstnote Dreifach-A.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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