Credit Default Swaps: Anleger zittern um Ausfallversicherungen

Credit Default Swaps
Anleger zittern um Ausfallversicherungen

Nachdem die EZB bei einer Beteiligung am griechischen Schuldenschnitt abgewunken hat, zittern Investoren um ihre Kreditausfallversicherungen. Der Derivateverband ISDA erhält mehr Anfragen als üblich.
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FrankfurtDie Anfragen an den Derivateverband ISDA häufen sich. Investoren wollen wissen, ob sie Kreditausfallversicherungen – sogenannte Credit Default Swaps (CDS) – auf Griechenland umsonst abgeschlossen haben.

Die zentrale Frage ist dabei, ob die Tatsache, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) bei der freiwilligen Umschuldung griechischer Bonds heraushält und von daher die anderen Gläubiger schlechter gestellt werden, ein „Kreditereignis“ auslöst. Kreditereignis ist der Fachbegriff, den die ISDA verwendet, wenn Zahlungen aus CDS fällig werden. Ob sie der Frage überhaupt nachgeht, will die ISDA heute Abend entscheiden. Falls ja, dürfte es nach Angaben des Verbands ein bis zwei Tage bis zur Entscheidung dauern.

Insgesamt haben institutionelle Investoren unter dem Strich CDS auf Griechenland über 3,2 Milliarden Dollar abgeschlossen. Diese im Vergleich zu den Anleihen über 207 Milliarden Euro bei privaten Gläubigern geringe Summe wird maximal ausbezahlt.
Investoren, die sich vor einem Zahlungsausfall eines Schuldners schützen wollen, schließen einen CDS-Vertrag mit einem anderen Investor ab und zahlen diesem dafür eine Versicherungsprämie. Bei Griechenland ist die inzwischen enorm: Investoren, die zehn Millionen Dollar über fünf Jahre lang absichern wollen, müssen dafür vorab 7,3 Millionen Dollar und dazu jährlich 100.000 Dollar berappen.

Ob der bevorrechtigte Status der EZB ein Kreditereignis darstellt, ist nicht nur in der ISDA umstritten. Anders ist es dagegen, wenn weniger als 90 Prozent der privaten Gläubiger beim Schuldenschnitt mitmachen und die Regierung in Athen deshalb nachträglich alle Investoren zur Teilnahme zwingt. Dies dürfte laut Aussagen der ISDA vom Januar voraussichtlich Zahlungen aus CDS-Verträgen auslösen.

Kein Geld aus CDS gibt es dagegen, wenn die Ratingagenturen Griechenland als zahlungsunfähig einstufen. Dies hat die ISDA bereits klargemacht. Investoren wie Quentin Fitzsimmons von der Fondsgesellschaft Threadneedle halten die unterschiedliche Interpretation der Zahlungsunfähigkeit von Ratingagenturen und ISDA für „zumindest merkwürdig“.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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