Danièle Nouy

Bankenaufsichts-Chefin fordert Obergrenzen für Anleihekäufe

Die Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Danièle Nouy, fordert eine Obergrenze für den Kauf von Staatsanleihen durch Banken. Die Bundesregierung stellt sich nach Handelsblatt-Informationen hinter den Vorstoß.
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Immer mehr Stimmen werden laut, die die regulatorische Sonderbehandlung für Staatsanleihen in Europa beenden wollen. Quelle: dpa
Staatsanleihekäufe durch Banken

Immer mehr Stimmen werden laut, die die regulatorische Sonderbehandlung für Staatsanleihen in Europa beenden wollen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Danièle Nouy, hat sich für strikte Limits für den Kauf von Staatsanleihen durch Banken ausgesprochen. „Banken dürfen einem einzelnen Schuldner nicht mehr Geld leihen als höchstens ein Viertel ihres Eigenkapitals. Das wäre auch eine sinnvolle Größenordnung für Staatsanleihen“, sagt die Französin in einem Interview mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Für Staatsanleihen sollten Großkreditgrenzen gelten, so wie für jeden anderen Kredit auch.“

Mit dieser Forderung setzt sich Nouy an die Spitze einer immer lauter werdenden Bewegung, die die regulatorische Sonderbehandlung für Staatsanleihen in Europa beenden will. „Da die Euro-Zone aus 19 Mitgliedstaaten besteht, haben die Banken genug Möglichkeiten, um ihre Staatsanleihebestände breit zu streuen“, sagte die Chefin der bei der Europäischen Zentralbank angesiedelten Behörde.

Die Bundesregierung stellt sich nach Handelsblatt-Informationen hinter den Vorstoß. „Großkreditgrenzen wären eine gute Vorstufe zu künftigen Eigenkapitalanforderungen“, hieß es in Berliner Regierungskreisen. Deutschland unterstütze eine graduelle und langfristige Anpassung der regulatorischen Vorschriften für Staatsanleihen, teilte das Bundesfinanzministerium auf Anfrage mit.

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