David Harris im Interview
„Es gibt keine Alternative zu US-Staatsanleihen“

Amerika hat die Pleite abgewendet. Doch die Probleme hören damit nicht auf, meint David Harris von Schroders. Im Interview erklärt er, wie die Ratingagenturen reagieren und warum Investoren den USA trotzdem treu bleiben.
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Die USA haben entschieden, dass sie künftig noch mehr Schulden machen. Gleichzeitig sind Einsparungen in Billionenhöhe vorgesehen. Reicht das, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen?

Zunächst einmal ist entscheidend, dass man die unmittelbare Zahlungsunfähigkeit abgewendet hat. Die Schuldengrenze wird weit genug angehoben, um bis 2013 nicht wieder neu darüber verhandeln zu müssen. Das ist in unser aller Interesse.

Wie werden die Ratingagenturen reagieren?

Der Deal sieht Einsparungen in Höhe von 2,4 Billionen Dollar vor, die Kürzungen im Militärbereich mit eingerechnet könnte der Betrag bis auf 3,4 Billionen Dollar steigen. Das dürfte ausreichen, um die Ratingagenturen zumindest für die nächsten sechs Monate zum stillhalten zu bewegen. Danach muss man sehen, ob und in welchen Bereichen die Einsparungen durchgesetzt werden.

Eine langfristige Lösung für die Probleme ist nicht in Sicht. Wie wahrscheinlich ist es, dass die USA letztlich heruntergestuft werden?

Die Chancen stehen bei 50:50.

Was wäre an den Märkten los, wenn die USA ihre Top-Bonität verlieren?

Über diese Frage wurde schon so viel spekuliert. Wir haben darüber mit unseren Kunden gesprochen, wir haben andere Großanleger kontaktiert. Unser Eindruck ist, dass es keine Flucht aus US-Staatsanleihen geben wird. Es mag überraschend klingen, aber ich glaube, dass nicht viel passieren würde. Möglicherweise erleben wir sogar die paradoxe Situation, dass institutionelle Investoren nach einer Herunterstufung noch mehr US-Staatsanleihen kaufen.

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Rezession nicht ausgeschlossen

Kommentare zu " David Harris im Interview: „Es gibt keine Alternative zu US-Staatsanleihen“"

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  • Ich habe bereits in meiner Ausbildung zum Bankkaufmann, was schon ne Weile her ist, eine Alternative gefunden! KEINE GIER NACH NOCH MEHR REICHTUM!!! Wenn man schon eine Menge Geld hat dann muss man es nicht noch vermehren.Sinnvoll nutzen wäre schon ausreichend.

  • @ Zarakthuul
    Geld ist nicht nur das Versprechen für die Möglichkeit zu konsumieren, es ist vor allem das Versprechen eigene Leistung für SPÄTERES Konsumieren zu speichern.

    Insoweit sollte Geld werthaltig und vor allem wertstabil sein, was m.E.n. eine Deckung erfordert. Die von Ihnen angesprochenen Waren und Produktivvermögen (Anlagen) akzeptiere ich als Deckung selbstverständlich. Insoweit verzeihen Sie die Pauschalierung. Bei den angesprochenen Dienstleistungen bin ich mir allerdings nicht sicher ob diese als Deckung taugen. Denn letztlich wird dabei nichts beständiges produziert, wobei ich zugestehe, dass man darüber excellent streiten kann.

    Und ich finde Ihr Szenario schrecklich....... und das obwohl ich gar kein Kapitalmarktzocker bin.

  • @skyjumper

    Wir haben gegenwärtig viel zu viel Geld im System. Aber was ist eigentlich Geld? Es ist doch das Versprechen der Möglichkeit zu konsumieren.
    Hier einseitig Gold als Gegenwert anzusehen, greift m.E. zu kurz. Waren, Dienstleistungen und Produktivvermögen gehören mindestens auch dazu.
    Daher kann ich nicht mitgehen, das das Ende der Schulden auch das Ende der Guthaben ist.
    Eher stellt sich ein Ausgleich zwischen Geldmenge und vorhandenen Werten ein.
    Für Kapitalmarktzocker bleibt ein solche Fall allerdings----Schrecklich!

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