Deutsche Bahn
Bahn-Bonität im Blick

Der geplante Börsengang der Deutschen Bahn, der laut Bahnchef Hartmut Mehdorn Ende Oktober über die Bühne gehen soll, beschäftigt auch die Investoren am Bondmarkt. Die Ratingagentur S&P stellt das Rating der Bahn auf den Prüfstand. Investoren am Bondmarkt lässt das kalt.

FRANKFURT. Immerhin hat die Bahn Anleihen im Nominalwert von insgesamt gut neun Mrd. Euro ausstehen. Im Blickpunkt der Gläubiger steht dabei vor allem die Frage, ob die Teilprivatisierung die Bonität der Bahn belastet. Immerhin profitiert der noch 100-prozentige Staatskonzern von Deutschlands Spitzenrating Dreifach-A.

Bei Moody?s hat die Bahn unter anderem wegen der impliziten staatlichen Unterstützung das nur eine Stufe unter "Aaa" liegende Rating "Aa1". Die Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P) ist etwas kritischer. Sie bewertet die Kreditwürdigkeit der Bahn mit der Note "AA" zwei Stufen niedriger als die Bonität des Bundes. Anders als Moody?s hat S&P zudem mit Blick auf die teilweise Privatisierung Bedenken. Ende April setzte S&P das Bahn-Rating auf die Überprüfungsliste für eine Herabstufung. Die Agentur sieht Unklarheiten nach dem Privatisierungsmodell. Besonders achten will sie unter anderem auf Änderungen der Unterstützungsmechanismen des Staates für die Bahn. Der gefällt das natürlich gar nicht. Die Sichtweise von S&P "ist für uns nicht nachvollziehbar", schreibt die Bahn in ihrem Halbjahresbericht vom August.

Thomas Klee von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hält es für gut möglich, dass S&P tatsächlich den Daumen für das Bahn-Rating senkt: "So ganz nachvollziehbar wäre dies aber nicht, weil schließlich nur ein kleiner Teil der Bahn an Investoren gehen soll", sagt der Analyst für Unternehmensanleihen. Die Bahn hat die Bereiche Personen- und Güterverkehr in der Subholding DB Mobility Networks zusammengefasst, von der Investoren maximal 24,9 Prozent erwerben dürfen. Ursprünglich war ein Privatisierungsanteil von bis zu 49,9 Prozent vorgesehen. Auch Monika Fernandez von der DZ Bank bewertet in einer Kurzstudie die Bahnprivatisierung "in der abgespeckten Version" wegen des weiter hohen Staatsanteils für Anleihebesitzer positiv.

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