Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley mit emission beauftragt
Erste Dollar-Anleihe der Bundesrepublik stark gefragt

Die erste deutsche Dollar-Anleihe seit dem Zweiten Weltkrieg wird nach Angaben aus mit der Emission vertrauten Banken fünf Jahre laufen und ein Volumen von etwa drei Mrd. Dollar haben.

HB LONDON/FRANKFURT. Die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley erklärten am Montag in London, die Bundesregierung habe sie mit der Emission eines Dollar-Bonds mit fünfjähriger Laufzeit beauftragt. Ein mit der Transaktion vertrauter Banker sagte, er erwarte das Pricing in den nächsten zwei Tagen. An anderer Stelle hieß es, für die Anleihe lägen bereits Gebote über mehr als zehn Mrd. Dollar vor. Das Papier dürfte eine um zwölf bis 15 Basispunkte höhere Rendite haben als entsprechende US-Staatsanleihen.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigte den Auftrag an die Banken und sagte, das Pricing sei im Gange. Das Papier soll den Angaben aus den Banken zufolge am 1. Juni 2005 valutieren und bis zum 1. Juni 2010 laufen. Die Anleihe wäre die erste in ausländischer Währung, die die Bundesrepublik Deutschland begibt. Der Bund versucht so, sein Schuldenportfolio zu diversifizieren und neue Geldquellen zu erschließen. Der Bundestag hatte bereits Ende vergangenen Jahres grünes Licht für die Emission von Fremdwährungsanleihen gegeben. Der Bund prüft zudem die Emission von Papieren mit 50-jähriger Laufzeit sowie Anleihen mit variabler Verzinsung.

Bernd Weidensteiner von der DZ Bank sagte, im Vergleich mit anderen europäischen Dollar-Anleihen sei das deutsche Papier gut ausgestattet. Der Bond hätte auch teurer kommen können, offenbar habe der Bund kein Risiko eingehen wollen. Insgesamt könne man „von einem großen Interesse“ seitens des Marktes ausgehen. Überraschend wäre ein Volumen von nur drei Mrd. Dollar, nachdem der Markt fünf Mrd. erwartet habe. Ein Rentenmarkthändler sagte ebenfalls: „Beim Volumen hätte ich etwas mehr erwartet.“ Die Laufzeit überrasche ihn nicht.

Charles Berry, Bond-Händler bei der Landesbank Baden-Württemberg, sagte, das Papier werde vom Markt angenommen werden, das Volumen von drei Mrd. Dollar sei nicht groß. „Zehn Mrd. Dollar wären viel gewesen.“ Nathalie Fillet von BNP Paribas in London sagte dagegen: „Es ist ist ein neues Papier, also macht es keinen Sinn, es zu groß zu machen.“ Das Volumen sei realistisch.

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